Kein LNG für AIDAnova

AIDA Cruises bringt mit AIDAnova das erste moderne Kreuzfahrtschiff auf den Markt, das zu 100% mit dem emissionsarmen Flüssigerdgas LNG betrieben werden kann. Diese erfreuliche Weiterentwicklung hat aktuell jedoch einen Haken: Da die deutschen Behörden noch wenig bis gar keine Erfahrung mit LNG-betriebenen Schiffen haben, fehlt derzeit noch die Genehmigung das Schiff an einem deutschen Hafen betanken zu können. Hierbei geht es besonders um den Sicherheitsaspekt, da die Betankung mit diesem Treibstoff, der auf minus 162 Grad Celsius heruntergekühlt werden muss, anders gehandhabt werden muss als mit den üblichen Treibstoffen.

Umweltfreundliche Betankung für AIDAnova nur im Ausland

Aufgrund dieser Restriktionen hat AIDAnova neben den LNG-Tanks zur Sicherheit noch mehrere „alte“ Tanks an Bord, die den Betrieb mit Marinediesel gewährleisten können. So ist es bei der Emsüberführung auch erst im niederländischen Eemshaven möglich AIDAnova erstmals mit LNG vollzutanken. AIDA hat dafür schon im Jahr 2016 einen Vertrag mit dem Energiekonzern Shell geschlossen. Auf den ersten Reisen von AIDAnova, die noch vor der Jungfernfahrt zwischen Hamburg und Rotterdam stattfinden, wird es der Reederei möglich sein das Schiff in Rotterdam vollzutanken. Eine Tankfüllung soll im Normalfall dann für einen zweiwöchigen Betrieb ausreichen.

Die Betankung von LNG-Schiffen von deutschen Häfen ist derzeit sehr umständlich und gar nicht umweltfreundlich: Da diese Schiffe aktuell nur von Lastwagen aus betankt werden dürfen, wird das Flüssigerdgas von Rotterdam aus mit LKW’s zu den deutschen Häfen gefahren und dann betankt. Das führt den Umweltaspekt natürlich ad absurdum. Gerade für die Möglichkeit einer „sauberen“ Kreuzfahrt mit AIDAnova und allen noch folgenden LNG-Schiffen sollten die Behörden möglichst schnell eine Einigung zur Handhabe mit dem zukunftsweisenden LNG-Treibstoff finden.

Quelle: Kieler Nachrichten/Behling Frank

AIDAnova, der LNG-Neubau von AIDA Cruises (c) AIDA Cruises