Seenotrettungsboot SRB 65: Taufe am 29. Mai 2015 am 150. Geburtstag der DGzRS

ack_seenotrettungsboot_KONRAD_OTTO_DGzRS_Seenotretter)Das modernste Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wird am Freitag den 29. Mai 2015 getauft. Die DGzRS-interne Bezeichnung für den Neubau des Seenotrettungsboots lautet SRB 65 und wird zum 150. Geburtstag der DGzRS, auf dem Marktplatz in Bremen zum Jubiläum der Seenotretter seinen Namen erhalten. Taufpatin ist Daniela Schadt, die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten und DGzRS-Schirmherrn Joachim Gauck.

Seenotrettungsboot SRB 65

Das Seenotrettungsboot SRB 65 ersetzt im Zuge der ständigen Modernisierung der DGzRS-Rettungsflotte das Seenotrettungsboot CREMPE der Freiwilligen-Station Neustadt in Holstein. Die DGzRS hat sich vor allem für diesen Standort entschieden, weil sich in unmittelbarer Nachbarschaft auch ihre Ausbildungsstation befindet. Bei Lehrgängen sollen möglichst viele freiwillige Seenotretter Erfahrungen mit dem Neubau machen können. Diese Erfahrungen wiederum sind wichtig für die ständige Weiterentwicklung der Rettungsflotte.

„Es ist für uns eine Ehre und Anerkennung unseres ehrenamtlichen Einsatzes, dass wir im Jubiläumsjahr ein neues Seenotrettungsboot erhalten“, sagt Wolfgang Schulz. Der Vormann der Freiwilligen-Station und seine Besatzung freuen sich schon auf SRB 65. Nach der Taufe am 29. Mai 2015 wird SRB 65 am Freitag, 5. Juni 2015, seinen Dienst aufnehmen und erstmals den Hafen seiner künftigen Station anlaufen. Das bisher in Neustadt in Holstein stationierte 8,5 Meter lange Seenotrettungsboot CREMPE wird künftig auf wechselnden Stationen zum Einsatz kommen und andere Einheiten zum Beispiel während Werftzeiten vertreten.

Das neue Seenotrettungsboot SRB 65 entstand bei Tamsen Maritim in Rostock. Die Werft hatte in den Vorjahren bereits Erfahrungen in der turnusgemäßen Generalüberholung von Seenotrettungskreuzern verschiedener Größen gesammelt. Es ist der erste Neubau der DGzRS auf einer Werft in Mecklenburg-Vorpommern nach der Wiedervereinigung. Das Seenotrettungsboot SRB 65 ist ein modifizierter Nachbau der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse. Bereits 19 Einheiten dieser Klasse haben sich in zahlreichen Einsätzen auch unter extremen Bedingungen zur Zufriedenheit der Besatzungen in allen Revieren hervorragend bewährt.

Eckdaten des neuen Seenotrettungsbootes SRB 65

Die Eckdaten des neuen Seenotrettungsbootes SRB 65 lauten wie folgt:

  • Länge über Alles: 10,1 Meter
  • Breite über Alles: 3,61 Meter
  • Tiefgang: 0,96 Meter
  • Verdrängung: 7 Tonnen
  • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h)
  • Besatzung: Freiwillige
  • Antrieb: ein Propeller, 380 PS

Wie alle Einheiten der DGzRS wird das neue Seenotrettungsboot SRB 65 als Selbstaufrichter konstruiert und vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem gebaut. Der Bootstyp zeichnet sich durch hohe Seetüchtigkeit aus. In Grundsee und Brandung besitzt er gute See-Eigenschaften, manövriert einwandfrei, übersteht heftige Grundstöße und ist in der Lage, dank des rundumlaufenden Fendersystems auch bei höheren Fahrtstufen und unter erschwerten Bedingungen bei Havaristen längsseits zu gehen.

Für Einsätze unter schwierigsten Bedingungen sind bei der Konstruktion umfassende Sicherheitskriterien berücksichtigt worden. Das Boot wird mit modernster Navigationstechnik, leistungsstarken Schlepp- und Lenzgeschirren sowie einer umfangreichen Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung ausgestattet. Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS wurde auch SRB 65 ausschließlich durch Spenden finanziert.

Der Hafen von Neustadt in Holstein ist seit jeher bedeutsam für die Schifffahrt in der Lübecker Bucht. Im Neustädter Stadthafen löschen heute Küstenmotorschiffe im Schatten großer Lagerhäuser ihre Ladung, während wenige Meter weiter Einheiten der Deutschen Marine auf Auslandseinsätze vorbereitet werden und Fischer ihren Fang über die Kaikante hieven. Und nicht zuletzt bieten mehrere Neustädter Yachthäfen Freizeitskippern einige hundert Liegeplätze.

Gut 20 freiwillige Seenotretter um Vormann Wolfgang Schulz sind auf der Station Neustadt im Einsatz. Ihr Revier ist die Lübecker Bucht zwischen den Nachbarstationen Grömitz und Travemünde, darunter die Küste vor den beliebten Ostseebädern Haffkrug, Scharbeutz und Timmendorfer Strand. Ganz in der Nähe der Rettungsstation Neustadt liegt die DGzRS-Ausbildungsstation Neustadt auf dem Wieksberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marinestützpunkt. Regelmäßig nimmt das Seenotrettungsboot der Einsatzstation Neustadt an den Übungen teil und verstärkt die Flotte der Ausbildungsfahrzeuge.

Eckdaten zur DGzRS

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. 180 fest angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter fahren Jahr für Jahr mehr als 2.000 Einsätze. Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen fast 82.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident.

[db]

Seenotrettungsboot SRB 65 der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

Foto: DGzRS

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