Seenotretter: Mehrstündige Odyssee im dichten Nebel auf der Ostsee

ack_seenotrettungsboot_konrad_ottoFür zwei Angler ist am Dienstagabend, den 11. November 2014, eine mehrstündige Odyssee mit ihrem offenen Boot im dichten Nebel auf der Ostsee  an Bord des Seenotrettungsbootes Konrad-Otto der Freiwilligen-Station Kühlungsborn geendet. Vier Rettungseinheiten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sowie Marine- und Behördenschiffen waren zwischen Warnemünde und dem dänischen Gedser an der durch die DGzRS koordinierten Suche beteiligt. Der Seenotkreuzer Arkona fand die Männer schließlich unverletzt weit draußen auf der Ostsee.

Gegen 15 Uhr erfuhr die Seenotleitung Bremen (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) der DGzRS, dass vor der Halbinsel Fischland/Darß zwei Angler in einem offenen, manövrierunfähigen Boot auf der Ostsee treiben. Die 74 und 71 Jahre alten Männer waren offenbar am Morgen von Ahrenshoop aus zum Angeln hinausgefahren. Im dichten Nebel hatten sie anscheinend die Orientierung verloren. Nun ließ sich zudem der Motor ihres Bootes nicht mehr starten.

Die Angler konnten keine genaue Positionsangabe machen. Sie wussten lediglich, dass sie sich in einem Gebiet mit etwa 20 Metern Wassertiefe befinden und hatten zwei kreuzende Fährschiffe gesehen. Aufgrund vorherrschender süd-südöstlicher Winde mit Geschwindigkeiten von 15 bis 20 Knoten (gut 30 km/h) und der Strömungsverhältnisse mussten die beiden bereits in der Nähe der engen und stark befahrenen Kadetrinne zwischen Deutschland und Dänemark sein.

Die Seenotleitung Bremen alarmierte die Seenotkreuzer Theo Fischer /Station Darßer Ort, ARKONA/Station Warnemünde sowie die von Freiwilligen gefahrenen Seenotrettungsboote BARSCH/Station Wustrow und Konrad-Otto/Station Kühlungsborn. Die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio informierte die gesamte Schifffahrt im umliegenden Bereich. Der dänische Seenotkreuzer „L. W. Dam“, die Schnellboote „Hermelin“, „Hyäne“, „Puma“ und „Wiesel“ der Deutschen Marine, das Bundespolizeiboot „Eschwege“, das Zollboot „Usedom“ und das Mehrzweckschiff „Arkona“ der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung boten ihre Hilfe an. Der Seenotkreuzer Theo Fischer führte als Einsatzleiter vor Ort (On-Scene-Coordinator) alle Einheiten.

Die Seenotretter berechneten anhand von Wind-, Drift- und Strömungsverhältnissen zwei Suchgebiete: Die Einheiten der DGzRS konzentrierten sich auf das kleinere, wahrscheinlichere Suchgebiet auf halbem Weg zwischen Warnemünde und Gedser. Die anderen Schiffe begannen, nordwestlich davon zu suchen. Es dämmerte bereits, und über der Ostsee lag dichter Nebel mit Sichtweiten von unter 200 Metern. Deshalb konnten Hubschrauber zur Unterstützung der Suche aus der Luft nicht eingesetzt werden.

Bei Dunkelheit entdeckte die Besatzung des Seenotkreuzers Arkona schließlich gegen 18.45 Uhr nach einem Radarecho den Havaristen etwa zwölf Seemeilen (gut 22 Kilometer) vor Kühlungsborn im berechneten Suchgebiet. Die Arkona leuchtete den Fundort aus.

Die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes Konrad-Otto, das mit ihr im Suchverband fuhr, nahm die beiden Männer an Bord. Die Konrad-Otto brachte die Angler wohlbehalten nach Kühlungsborn und übergab sie dort an den Landrettungsdienst. Die Arkona schleppte den Havaristen in den sicheren Hafen.

[db]

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