Reisebericht Norwegian Epic 2016

Von Barcelona über Neapel nach Civitavecchia

Neben den in Deutschland unangefochtenen Spitzenreitern in Sachen Kreuzfahrt, AIDA Cruises und TUI Cruises, muss man eine dritte Kraft aus Übersee immer mehr ins Visier nehmen, da sie ihr Angebot derzeit auf das deutsche Publikum ausrichtet: Norwegian Cruise Line, kurz: NCL. Die US-amerikanische Reederei mit Hauptsitz in Miami gehört zu den größten Reedereien der Welt überhaupt und ist im Moment auf 13 verschiedenen Schiffen auf den Weltmeeren unterwegs. Markenzeichen von NCL ist das „Freestyle Cruising„-Konzept (Werbeslogan ‚Feel Free‘), das keine festen Essenszeiten sowie eine legere Kleiderordnung an Bord vorsieht.

Vom 17. bis 20. April 2016 hatte ich die Möglichkeit an einer regulären Mini-Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer an Bord der Norwegian Epic teilzunehmen und jeden Quadratzentimeter des riesigen Kreuzfahrtschiffs (BRZ: 155.873; ungefähr 4.200 Passagiere) genauestens unter die Lupe zu nehmen. Von Barcelona aus ging es nach einem Seetag nach Neapel mit einem halbtägigen Abstecher zu den Ausgrabungen der antiken Stadt Pompeji und von hier aus nach Civitavecchia, dem „Hafen von Rom“. Natürlich möchte ich euch von dieser Reise und meinen Eindrücken vom Schiff berichten.

Reisebericht Norwegian Epic 2016 – Inhalt

  1. Das Schiff und die Route
  2. Aktuelle Route
  3. Die Kabinen
  4. Premium All Inclusive und die Restaurants
  5. Das Entertainment an Bord
  6. Sonstiges
  7. Fazit

Als Einleitung möchte ich euch eine kurze Übersicht über das Schiff und die jetzige Route geben. Danach durchleuchte ich die Kabinen, die natürlich ein wichtiger Punkt bei der Wahl der nächsten Kreuzfahrt sind. Eines kann ich euch hier schon verraten: Die Kabinen auf der Norwegian Epic sind sehr besonders! Weiter geht es dann mit dem Premium All Inclusive Konzept an Bord, das ausschließlich für deutschsprachige Gäste gilt. Hier erkläre ich euch, ob die Kreuzfahrten mit NCL dadurch unnötig teurer werden und ob die Qualität der Speisen dadurch nicht nachgelassen hat. Gerade bei US-amerikanischen Reedereien ist auch das Entertainment an Bord sehr wichtig, deswegen widme ich mich im vierten Kapitel den Möglichkeiten, wie man sich die Zeit neben den Landausflügen an Bord vertreiben kann, um dann zum Schluss noch über allgemeine Dinge zu sprechen zu kommen.

Wem der Reisebericht etwas zu lang ist, kann natürlich auch direkt zum Fazit springen, in dem ich die wichtigsten Erkenntnisse meiner Kurzreise auf der Norwegian Epic zusammengefasst habe!

Reisebericht Norwegian Epic – Das Schiff und die Route

Die Norwegian Epic ist das einzige Schiff der Typ F3-Klasse von Norwegian Cruise Line und wurde am 17. Juni 2010 von der Reederei übernommen. Gebaut wurde es in der französischen STX Werft und war bis zum Start der Norwegian Escape im Oktober 2015 das größte Schiff der Reederei. Es ist knapp über 329 Meter lang, 40,6 Meter breit und gehört mit einer BRZ von 155.873 noch immer zu den größten Schiffen der Welt. Schon von Weitem beeindruckt der Anblick des Schiffs, obwohl es durch den quaderförmigen „Überbau“ im vorderen Drittel des Schiffs eher ungewöhnlich aussieht.

An Bord befinden sich auf den 19 Decks insgesamt 1986 Innen- und Balkonkabinen sowie 128 Singlekabinen mit Zugang zu einer separaten Lounge, in der sich die Alleinreisenden kennen lernen oder auch zum Essen oder zu Landausflügen verabreden können. Es gibt keine reinen Außenkabinen, also Innenkabinen mit Fenster, was für US-amerikanische Schiffe durchaus unüblich ist.

Fünf Restaurants sind im Reisepreis bereits inklusive und zwar das gigantische Buffetrestaurant „The Garden Café“, das irisch angehauchte „O’Sheehan’s Neighbourhood Bar & Grill“, das asiatische „Shanghai’s“ (inklusive Noodle Bar) sowie die beiden Hauptrestaurants „Taste“ und „The Manhattan Room“. Dazu gesellen sich dann noch viele weitere Dining Optionen und Spezialitätenrestaurants, die jeden Geschmack abdecken, zum Beispiel die „Wasabi Sushi Bar“, „Cagney’s Steakhouse“, das italienische Restaurant „La Cucina“, das „Le Bistro“oder auch die asiatische Showküche „Teppanyaki“. Ich hatte die Möglichkeit an einem Abend in der „Moderno Churrascaria“ zu speisen, sodass ich euch dazu später noch mehr erläutern werde.

Aktuelle Route der Norwegian Epic

Auf dem ersten Blick ist die Norwegian Epic ein Schiff für ganzjährig warme Reisegebiete, wie beispielsweise die Karibik oder Südostasien, da es große öffentliche Bereiche und auch eine Disco im Freien gibt. Gemeint ist das „Spice H2O“ im Heck des Schiffs, das von 8 bis 20 Uhr ausschließlich nur von Erwachsenen betreten werden darf. Wenn es die äußeren Verhältnisse zulassen, wird der Poolbereich des Spice H2O am Abend zu einer Tanzfläche umfunktioniert, sodass man hier dann bis in die Morgenstunden an Deck das Tanzbein schwingen kann. Im Moment ist das Schiff im westlichen Mittelmeer auf einwöchigen Kreuzfahrten ab/bis Barcelona unterwegs mit Stopps in Neapel, Civitavecchia (Rom), Livorno (Pisa/Florenz), Cannes und Marseille. Wer nicht in Barcelona zusteigen möchte, kann dies auf dieser Route auch in Marseille oder Civitavecchia tun.

In den Wintermonaten ist die Nutzung des Decks besonders am Abend nicht möglich, da es einfach zu kalt ist. Auch auf meiner Mini-Kreuzfahrt Mitte April waren die Oberdecks am Abend nahezu leergefegt, weil der Wind (obwohl tagsüber Temperaturen von bis zu 30°C geherrscht haben) einfach zu frisch war. Tagsüber konnte man hier jedoch wunderbar in der Sonne liegen und die erste natürliche Bräune des Jahres ergattern. Das Spice H2O war dabei definitiv mein favorisierter Ort, da man einen schönen Ausblick vom Heck des Schiffs und gleichzeitig die Ruhe genießen konnte. Da man hier auch regelmäßig von den Mitarbeitern bedient wurde, hat es hier an absolut gar nichts gefehlt. Wer am Abend noch ein bisschen feiern möchte, kann dies entweder an den vielen Bars oder in der Bliss Lounge tun. Die Diskothek ist während meiner Reise gut besucht gewesen und war Treffpunkt Nummer 1 für das Partyvolk an Bord – zum Teil bis in die frühen Morgenstunden.

Reisebericht Norwegian Epic – Die Kabinen

Die Kabinen wie ihr sie auf der Norwegian Epic auffindet, werdet ihr ziemlich sicher auf keinem anderen Schiff auf der Welt so wiederfinden. Das liegt am einzigartigen „Wave“-Konzept, das einfach als ungewöhnlich, aber definitiv nicht als schlecht bezeichnet werden kann. Meine Balkonkabine auf Deck 8 war „geschwungen“ (siehe Bilder unten) und hatte kein separates Bad, sondern eine Toilette mit Glastür und eine davon getrennte Badewanne/Dusche, die man mit einem Vorhang vom Rest der Kabine trennen konnte. Vorteil: Wenn man zu zweit in der Kabine ist, ist man nicht im gleichen Raum, wenn beispielsweise die eine Person duscht und die andere Person sein oder ihr Geschäft verrichtet.

Dazu gibt’s dann noch ein -leider etwas zu klein geratenes- Waschbecken mit Spiegel, Seifenspender und Fön. Den ganz großen Vorteil dieser Bauweise habe ich während der kurzen Reise nicht herausfinden können, große Nachteile habe ich jedoch auch nicht finden können, weswegen ich einfach glaube, dass es einfach ein Versuch eines besonderen Designs werden sollte. Info am Rande: Dieses Kabinendesign hat es nach der Norwegian Epic in kein weiteres Schiff von NCL geschafft, es scheint also entweder nicht sonderlich gut angekommen zu sein oder es war wirklich nur ein Versuch, etwas Neues auszuprobieren.

Die Kabine ist ausreichend groß gewesen und war mit allem ausgestattet, was man für die Reise benötigt: Sehr viele Ablageflächen, ein TV (RTL als einziger deutscher Sender verfügbar), eine gut gefüllte Minibar, mehrere Schränke für Kleidung, ein ausreichend großer Balkon und ein extrem gemütliches Bett, das für große Menschen ab einer Körpergröße von 1,85 Meter aufwärts leider etwas zu klein geraten ist. Das ist mein größter Kritikpunkt an der Kabine: Da auch ich sehr groß bin (1,93 Meter) hingen meine Füße nachts über den Bettrand über. Das lag daran, dass auch das Bett an den Seiten etwas abgerundet ist (rechts und links von der Mitte ist es etwas kürzer). Wenn man wie ich alleine auf der Kabine war, ist dies kein Problem, da man sich einfach mittig ins Bett legen konnte. Zu zweit wird es für große Menschen aber schon schwierig, die Füße unter die Bettdecke zu kriegen. Das finde ich sehr schade, da das Bett ansonsten toll und extrem gemütlich und kuschelig ist.

Weil auch die Sauberkeit und die Geräuschkulisse auf meiner Kabine (8071, Deck 8 vorne) absolut perfekt war, obwohl ich in der Nähe der Aufzüge genächtigt habe hat man von draußen nichts gehört, kann ich der Kabine im großen und ganzen eine gute Note vergeben. Personen unter 1,85 Meter Körpergröße werden hier sowieso nichts zu meckern haben.

Reisebericht Norwegian Epic – Premium All Inclusive und die Restaurants

Die Ankündigung von Norwegian Cruise Line Ende 2015 für alle deutschsprachigen Reisenden Premium All Inclusive an Bord anzubieten, war eine dicke Überraschung, da die Kreuzfahrten mit NCL zu dieser Zeit vergleichsweise teuer waren. Es lag die Vermutung nahe, dass ab 2016 zwar alle Extrakosten im Reisepreis inkludiert seien, die fixen Reisepreise an sich aber dann ebenso steigen werden. Hier kann ich ganz sicher und offen sagen: Dem ist definitiv nicht so! Bedenkt man, dass zusätzlich zu den bisherigen Leistungen der Vollpension nun auch nahezu alle Getränke (dazu zählen: alle Softdrinks rund um die Uhr und alle alkoholischen Getränke bis 15$ an allen Bars und in den Haupt-/Buffetrestaurants, Kaffee, Tee, Säfte) sowie die Trinkgelder für die Crew im Endpreis enthalten sind, was bei jeder einwöchigen Kreuzfahrt ca. einen Wert von 700€ ausmacht, sind die Preise für die Kreuzfahrten nur marginal gestiegen. Ich habe auf der Mini-Kreuzfahrt eine Alleinreisende kennengelernt, die für ihre einwöchige Kreuzfahrt ohne An- und Abreise 360€ bezahlt hat, was für die Premium All Inclusive Leistungen wirklich ein wunderbarer Kurs ist.

Beim Check-In erhält man als deutschsprachiger Reisender eine Bordkarte mit dem Vermerk „UBP+C+J, was ganz einfach für „Ultimate Beverage Package+Coffee+Juice“ (= Ultimatives Getränkepaket+Kaffee+Saft) steht. Es ist die Eintrittskarte für den freien Konsum von nahezu allen Getränken an allen Bars und das auch noch 24 Stunden am Tag! Für mich ein ganz großer Vorteil und ein Mehrwert, von dem sich andere Reedereien durchaus etwas abgucken können. Hier möchte ich als Beispiel TUI Cruises nennen, denn obwohl das Premium Alles Inklusive Konzept der deutschen Reederei fast genauso klingt wie das Konzept von NCL, ist an mehreren Bars auf den Schiffen dennoch ein Aufpreis fällig!

Die Restaurants an Bord der Norwegian Epic

Während meiner Reise hatte ich die Möglichkeit mehrere Restaurants an Bord der Norwegian Epic zu testen. Dazu gehören das im Preis inkludierte Bedienrestaurant „Taste“, das aufpreispflichtige Spezialitätenrestaurant „Moderno Churrascaria“ sowie natürlich das Buffetrestaurant „Garden Café“. Halb Abendessen, halb Entertainment-Show ist im Spiegel Tent mit der Aufführung des „Cirque Dreams & Dinner“ angesagt, einer Dinnershow, bei der ihr während der knapp 90-minütigen Show ein 3-Gänge-Menü serviert bekommt. Dazu jedoch später mehr. Da ich die anderen Restaurants nicht testen konnte, möchte ich euch zumindest die Erfahrungen mit den eben genannten Dining Optionen mitteilen.

Anfangen möchte ich mit dem Bedienrestaurant Taste: Es ist im Preis inkludiert und ermöglicht euch morgens, mittags und abends ein leckeres Frühstück oder 3-Gang-Menü zu essen. Dabei habt ihr pro Gang die Wahl zwischen 6-8 teils sehr verschiedenen Gerichten, sodass hier garantiert für jeden von euch das Richtige dabei ist. Ich bin jetzt kein Gourmet, aber meiner Ansicht nach hat alles wirklich fantastisch geschmeckt. Die Besonderheit hier auf der Norwegian Epic: Die Menüs wechseln wöchentlich, sodass man eigentlich immer von neuem überrascht wird!

Definitiv die meisten Kunden hat das Garden Café auf Deck 15. Das Buffetrestaurant erstreckt sich über das halbe Deck und beeindruckt morgens, mittags und abends mit einer unendlichen Auswahl an verschiedenen Mahlzeiten für Jedermann. Hier kann man sich sein eigenes Menü ganz einfach zusammenstellen und genau das Essen, worauf man im Moment Lust hat. Dabei kommen fast alle Geschmäcker auf ihre Kosten: Ihr möchtet Fleisch? Kein Problem, gönnt euch ein saftiges Steak oder einen selbst gebauten Burger. Salat? Es stehen mehrere Salatvarationen zur Wahl und können von euch noch verfeinert werden. Fisch? Auch diesen bekommt ihr frisch und lecker innerhalb weniger Augenblicke auf euren Teller. Obwohl das Schiff fast komplett ausgebucht war, waren die Wartezeiten erfreulich gering, da es von jeder Station gleich mehrere zur Auswahl gibt. Erfreulich ist, dass das Garden Café sehr hell und rundherum mit Fenstern mit Ausblick nach draußen ausgestattet ist, was den Kantinencharakter auf jeden Fall abschwächt. Alles in allem bekommt man hier genau das, was man von einem Buffetrestaurant erwartet: Eine sehr gute Auswahl an Speisen in guter Qualität!

Was die im Preis inkludierten Restaurants nicht bieten sollten, bieten die vielseitigen Spezialitätenrestaurants an Bord der Norwegian Epic. Ich hatte das große Glück, dass ich das Moderno beziehungsweise die Moderno Churrascaria testen durfte. Für einen Aufpreis in Höhe von knapp 30$ pro Person werden euch zahlreiche Fleischsorten direkt vom Spieß auf euren Teller serviert. Das läuft so ab, dass ihr euch zuerst an der großen Salatbar bedient und dann innerhalb von knapp 10 bis 15 Minuten mit etlichen verschiedenen Fleischsorten „konfrontiert“ werdet, wobei ihr natürlich immer die Wahl habt, ob ihr dieses Stück Fleisch haben möchtet oder nicht. Wenn ja, könnt ihr dem Kellner ganz genau sagen, welches Stück ihr essen wollt: Dieses Stück wird dann direkt am Tisch vom Spieß auf euren Teller geschnitten. Dazu gibt es natürlich noch Beilagen, die dieses Essenserlebnis perfekt abrunden. Mein heißer Tipp: Wenn ihr Vegetarier oder Veganer seid, solltet ihr einen großen Bogen um dieses Restaurant machen! Fleischliebhaber werden sich hier jedoch pudelwohl fühlen und mit einem gut gefüllten Magen hinausspazieren. Absolut empfehlenswert!

Reisebericht Norwegian Epic – Das Entertainment an Bord

Man muss es so ehrlich sagen: Vergesst alles, was ihr an Entertainment von den Schiffen deutscher Reedereien so kennt denn das, was man auf der Norwegian Epic erleben kann, toppt einfach alles! Angefangen von den drei tollen Rutschen an Deck, separaten Bereichen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie den vielen Pools bis hin zu den zahlreichen Bars und Locations unter Deck, die zum Teil bis fast in die Morgenstunden geöffnet haben: Hier an Bord der Norwegian Epic befindet ihr euch auf einem gigantischen Spielplatz auf See für Groß und Klein! Auch das Casino beeindruckt, denn mit einer Größe von 1.200 Quadratmetern gehört es zu den größten Casinos, das auf einem Schiff angetroffen werden kann. Mein Highlight sind aber definitiv die Shows an Bord, die sich vor berühmten Broadway-Stücken nicht verstecken müssen. Was die Akteure hier auf die Bühne zaubern ist ganz großes Kino und bei jeder Reise definitiv einen Besuch wert!

Während meiner 4-tägigen Reise auf der Norwegian Epic hatte ich die Möglichkeit alle Bühnenshows an Bord buchstäblich hautnah zu erleben. Dazu gehören die zwei im Preis inkludierten Bühnenshows im Theater mit den Namen „Burn the Floor“ und „Priscilla: Queen of the Desert“ sowie die Dinnershow „Cirque Dreams & Dinner“. Die Dinnershow kostet einen Aufpreis von 30$ pro Person und inkludiert ein 3-Gänge-Menü, das während der Aufführung serviert wird. Wer 10$ mehr zahlt nimmt an den Premium-Plätzen direkt an der Bühne platz, muss aber auch damit rechnen, in die Aufführung mit einbezogen zu werden. :)

Bleiben wir bei der Dinnershow Cirque Dreams & Dinner: Im Zirkuszelt „Spiegel Tent“ erwarten euch knapp 90 Minuten Comedy und Artistik auf ganz hohem Niveau. Ob Trapez, Seiltanz, reine Muskelkraft oder Action auf Rollschuhen: Die Show ist abwechslungsreich und beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, wie begrenzt die Platzverhältnisse in der knapp 80 Personen fassenden Location sind. Man mag gar nicht von der Bühne wegsehen und das leckere 3-Gänge-Menü genießen, da in jeder Sekunde etwas beeindruckendes passieren könnte. Wer sich einen Premium Platz direkt an der Bühne in der Mitte der Location gönnt, wird höchstwahrscheinlich in die Show eingebunden: Ein riesen Spaß! :)

Wer auf Tanzshows steht, wird an der im Preis inkludierten Bühnenshow Burn the Floor großen Gefallen finden. Sie ist ein bunter Blumenstrauß verschiedenster Tänze, die allesamt fließend ineinander übergehen und das Tempo extrem hoch halten. Auch hier muss man den Darstellern wirklich Respekt zollen: Die Tänze sind sehr gut einstudiert, das Zusammenspiel der einzelnen Darsteller passt und auch der Gesang kann sich hören lassen. Eine kurzweilige Show, die man sich unbedingt ansehen sollte, aber die Qualität des Cirque Dreams & Dinner sowie der zweiten Bühnenshow im Epic Theatre nicht ganz erreichen kann.

Gemeint ist das Musical Priscilla Queen of the Desert, das seit dem 18. Oktober 2015 auf der Norwegian Epic aufgeführt wird. In der Show geht es um drei Diven, die ihre große Show mitten in der Wüste Australiens aufführen müssen. Die Diven werden von drei Männern gespielt, die auch hier eine Top-Leistung abliefern. Neben der Story beeindrucken die Darsteller in ihren knapp 500 Kostümen (!) mit tollen Gesangseinlagen zahlreicher Hits aus den 70er und 80er Jahren. Für mich definitiv mein Entertainment-Favorit an Bord der Norwegian Epic, also: unbedingt anschauen!

Reisebericht Norwegian Epic – Sonstiges

Auch wenn ich in den vier Tagen einen guten Einblick in die gesamten Vorgänge auf dem Schiff hatte: Alles kann man sich in so kurzer Zeit nicht ansehen. Neben den bereits erwähnten Punkten sind mir dennoch einige Dinge aufgefallen, die ich hier nochmal separat nennen möchte.

Das Publikum an Bord

Eines fällt schon beim Check-In auf: Die Reisenden, die eine Kreuzfahrt auf diesem Schiff und auf dieser Route buchen, sind ein interessanter Querschnitt durch ganz Europa. Hier findet ihr zahlreiche Deutsche, Engländer, Spanier, Italiener und Franzosen aus jeder Altersgruppe, sodass ich den Altersschnitt auf ungefähr 35 bis 45 Jahre schätzen würde. Dem Gefühl nach würde ich sagen, dass Engländer an Bord überwiegen, aber nicht sonderlich auffallen. Die Mischung ist sehr gut, sodass sich jeder an Bord wohlfühlen kann. Wer vor schreienden Kindern am Hauptpool flüchten möchte, kann zum Schwimmen ins Spice H2O und zum Sonnen in den vorderen Bereich des Schiffs gehen, hier ist es den ganzen Tag angenehm ruhig, sodass man gut entspannen kann.

Suitenbereich The Haven

Der einzige Ort an Bord der Norwegian Epic, der mich ein wenig enttäuscht hat ist der exklusive und intensiv beworbene Suitenbereich „The Haven“, der auf diesem Schiff zum ersten Mal seinen Weg auf ein Schiff von Norwegian Cruise Line gefunden hat. Gegen Aufpreis profitieren die Reisenden hier von großen Suiten (30-79 Quadratmeter), einem separaten Pool (ohne Blick auf das Meer), einem Concierge-Service, einem eigenen Restaurant, einer eigenen Bar und zahlreichen Sonnenliegen in einem vom Rest separierten Bereich.

Ernüchternd war die Lautstärke im Poolbereich: Statt Ruhe und Entspannung überwiegt hier die sehr hohe Lautstärke zweier Luftauslässe, die einen ohrenbetäubenden Lärm machen, sodass hier an Entspannung eigentlich nicht zu denken ist. Mag sein, dass man sich schnell dran gewöhnt, dennoch erwarte ich bei einem Aufpreis von mehreren hundert Euro, dass man sich hier in Ruhe zurückziehen kann. Auf den späteren Schiffen der Breakaway (Plus)-Klasse wurde das definitiv besser gelöst.

Norwegian Epic im Hafen von Neapel

Norwegian Epic im Hafen von Neapel

Die Landausflüge

Ich hatte das Glück in Neapel an einem spannenden Landausflug teilnehmen zu können, einem Trip zum antiken Pompeji, der Stadt, die um Jahr 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuv von einer sechs Meter dicken Schicht Lava bedeckt wurde. Was für die Menschen, die zu der Zeit in der 30.000-Seelen Stadt gelebt haben, eine einzige große Katastrophe war, ist für Archäologen und Geschichtsforscher ein riesiger Segen gewesen. Durch die Lava wurde die Stadt komplett konserviert und nach ihrer Entdeckung im 18. Jahrhundert zum wichtigsten Ort zur Erforschung der antiken Welt erklärt. Ganze Straßenzüge, Stadtteile, Häuser und Kunstwerke haben hier die Jahrtausende überlebt und ziehen jedes Jahr unzählige Menschen zu diesem spannenden Ort.

Die Fahrt vom Kreuzfahrtterminal nach Pompeji dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Bei dieser Tour von NCL erhält man einen Empfänger, damit man dem Tourguide noch weiter zuhören kann, auch wenn man nicht direkt neben ihm steht. Die Tour war hier komplett auf Englisch, sodass man schon fit sein sollte, um alle Details dieser antiken Stadt zu erfahren. Die vierstündige Tour kostet regulär 109 US-Dollar für einen Erwachsenen und 75 US-Dollar für jedes Kind, was natürlich nicht ganz so günstig ist. Generell sind die Landausflüge über NCL teurer, als man das bei deutschen Reedereien gewohnt ist. Selbst wenn man den Wechselkurs zum Euro beachtet, sind 200-300 US-Dollar pro Person für einen neun- bis zehnstündigen Ausflug schon relativ happig. Da lohnt es sich auf jeden Fall die Ziele individuell zu bereisen.

Nach dem Ende der Tour durch Pompeji hatte man noch die Möglichkeit einen Likör aus der Region zu probieren, bevor man auf die zahlreichen Straßenverkäufer „losgelassen“ wurde. In knapp 20 Minuten konnte man sich mit zahlreichen Souvenirs eindecken und wie an solchen Touristenorten üblich war zwischen Ramsch und interessanter Deko alles dabei, was das Touristenherz begehrt. Danach ging es nach insgesamt knapp über 4 Stunden flott wieder zurück zum Schiff, sodass man noch genug Zeit hatte den wundervollen Ausblick vom Schiff auf die Stadt zu genießen (siehe oben).

Reisebericht Norwegian Epic – Fazit

Vier Tage Norwegian Epic im westlichen Mittelmeer – Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich die Norwegian Epic oder ein anderes Schiff von Norwegian Cruise Line auf jeden Fall nochmal an Bord antreffen wird! Auch wenn das Kabinendesign mit den etwas zu kurz geratenen Betten und dem nicht abschließbaren Bad gewöhnungsbedürftig ist: Besonders als deutschsprachiger Reisender kann man mit NCL extrem viel Spaß haben! Ein Schwund an Qualität bei den Mahlzeiten aufgrund von Premium All Inclusive? Fehlanzeige! Das liegt daran, dass selbst jetzt noch der Anteil an deutschen Urlaubern an Bord dieser Schiffe vergleichsweise klein ist. Das ist wirklich schade, da dass Produkt Norwegian Cruise Line und Norwegian Epic wirklich sehr empfehlenswert ist. Die Shows begeistern, die Möglichkeiten an Bord sind vielfältig, es gibt genug Platz für jeden einzelnen Reisenden und auch der Service ist prima. Englischkenntnisse vorausgesetzt, wird man von den tollen Möglichkeiten begeistert sein!

Wenig empfehlenswert ist einzig und allein der The Haven Suitenbereich, dessen Poollandschaft mir einfach etwas zu laut ist. Alles andere kann sich jedoch sehen lassen und ist spätestens seit der Umstellung auf Premium All Inclusive ein ernster Angriff auf die deutschen Platzhirsche AIDA Cruises und TUI Cruises, die beide in der Preis-Leistung bei weitem nicht so viel bieten wie Norwegian Cruise Line mit ihrem neuen Konzept. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Buchungen in diesem und spätestens im nächsten Jahr entwickeln, wenn mit der Norwegian Jade und der Norwegian Getaway gleich zwei der beliebtesten Schiffe aus der Flotte im Sommer in Hamburg beziehungsweise Warnemünde festmachen.

Mein Tipp: Macht euch ein eigenes Bild und testet eine Kreuzfahrt mit Norwegian Cruise Line!

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Alle Kommentare (1)

Silke 03.05.2016 20:16

Toller Bericht über die Epic, endlich mal!! Ich bin selbst in einer Single Kabine mitgefahren. Super Preis Leistungsverhältnis. Im entertainment vor zwei Jahren noch die Blue Man Group, mega cool.

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