MSC Splendida: Erfahrungsbericht Westeuropa Kreuzfahrt

Kreuzfahrten haben ihren ganz eigenen Charakter. Heute hier, morgen dort und das Hotel ist immer mit dabei. Seit einigen Tagen kreuzt die 333 Meter lange MSC Splendida in der Nordsee. Franz Beckenbauer begrüßte es mit großem Tamtam in der Hamburger Hafen-City. Die Hansestadt ist ganz offiziell Heimathafen des Schiffs – für diese eine Saison und auch 2016 wieder. Das ist ein dickes Ausrufezeichen von MSC Kreuzfahrten; der italienischen Reederei, mit Sitz in Genf und auch Beleg dafür, dass Seereisen bei den Deutschen immer beliebter werden. Denn die MSC Splendida („die Schöne“ / „die Wundervolle“) ist deutlich größer als die MSC Magnifica, die bisher die Hansestadt anfuhr und nun abgelöst wird.

Bordhighlights und Kabinen der MSC Splendida

a_msc_splendidaMit 1.637 Kabinen ist die MSC Splendida das größte Passagierschiff, das in diesem Sommer von der Hansestadt aus in See sticht. Sie gilt als ein Kreuzfahrtschiff der Superlative: Sie ist länger als der Eiffelturm hoch ist; und bietet auf allen Decks aber beinahe so viel Platz zum Erholen, wie etwa 63 Fußballfelder. Dass man einer von etwa 3.000 Passagieren ist – das merkt man dann und wann zwar schon; trotzdem kommt es einem nicht hoffnungslos überfüllt vor. Der italienische Charme des Schiffs ist ganz anders, als es AIDA-Urlauber gewohnt sind. Am Piano sitzt Riccardo und spielt leise Weisen aus dem Land seiner toten Väter. Er lächelt, als Susanna aus Wien mit einem Tablett voller Sektgläser an ihm vorbei balanciert und an der rechten der beiden goldenen Swarovski-Treppen links abbiegt. Das Wort „imposant“ ist reichlich untertrieben, wenn man im Atrium der MSC Splendida steht.

Eine Stufe der besonderen Treppen kostete mehrere tausend Euro, funkelt in allen Farben des Regenbogens – und auch sonst gibt sich die italienische Reederei mit diesem Schiff der Fantasia-Klasse alle Mühe, ihre Passagiere zu beeindrucken. Die internationalen Gäste wuseln durch die Gänge, suchen sich Sitzplätze und lassen Pomp und Chic auf sich wirken – und natürlich Riccardos Musik, die immer noch so herzlich kitschig im über drei Decks hohen Bau verhallt. Vier Restaurants, genau so viele Pools, ein 1.600 Quadratmeter großer Spa-Bereich mit Sauna, Whirlpools und mehr – ein 4D-Kino, Theater, etliche Discos und Bars. Ein Urlaub auf diesem Schiff vergeht wie im Flug; beinahe zu schön um jeden Tag von Bord zu gehen.

„Der Weg ist das Ziel“, philosophiert einer, der nicht genannt werden will – und schon dutzende Male auf dutzenden Kreuzfahrtschiffen war. Hier auf der MSC Splendida werde das immer besonders deutlich. Jetzt also die Nordsee. Von Hamburg aus wird „die Schöne“ zwischen Mai und September auf den beliebten Nordeuropa-Routen kreuzen und dabei unter anderem England und Schottland, die norwegischen Fjorde, Island sowie die beliebtesten Städte Nordeuropas anfahren. Sowohl Mini-Kreuzfahrten, die nur wenige Tage dauern, sind buchbar, als auch Kombinations-Routen und länger andauernde Seereisen. Ein Klassiker dürfte die Umrundung Großbritanniens sein: 11 Nächte ab/bis Hamburg über Invergordon, Kirkwall, Greenock, Dublin, Cork und Southampton. Oder der Abstecher in den Norden zu Fjorden und Trollen, ab/bis Hamburg über Bergen, Tromsø, Longyearbyen, Honningsvag, Hellesylt und Geiranger sowie Stavanger. Vielseitig und sympathisch – so ist das Schiff, so sind die Routen.

Westeuropa Kreuzfahrt an Bord der MSC Splendida

Besonders schön: Die Kreuzfahrt, die Westeuropa, England und Schottland miteinander verbindet: Jeden Tag ein neues Land und zwei Seetage gleich zu Beginn, um mit dem Schiff warm zu werden. Es zu entdecken und jedes Angebot auszuprobieren – vom Frühstück auf der Kabine bis zum Sportprogramm im Fitnessstudio. Eine schwimmende Stadt eben. Unsere Reise beginnt in Hamburg, wo sich die MSC Splendida gegen 18 Uhr auf ihren Weg nach Schottland macht.

Erste Station ist der Hafen von South Queensferry. Nur 15 Kilometer sind es bis zur schottischen Hauptstadt Edinburgh. Ob man einen Ausflug dorthin nun über die Reederei bucht oder im Hafen aufs Geratewohl das Schiff verlässt, ist einerlei. Auch die mittelalterliche Kirche St. Mary in South Queensferry selbst ist einen Besuch wert; ebenso wie die beeindruckenden Brücken. Nach einem weiteren Tag auf See läuft die MSC Splendida in Southampton ein, der größten Hafenstadt Großbritanniens. Von hier aus starteten seinerzeit die Mayflower und die Titanic in Richtung Amerika; auch heute beginnen und enden viele Transatlanik-Kreuzfahrten in dem Hafen, der nur etwa 130 Kilometer von London entfernt liegt. Busse und Bahnen verbinden Southampton mit der Hauptstadt; etliche Ausflüge durch MSC Kreuzfahrten werden angeboten und sollten in diesem Falle vielleicht auch bevorzugt werden. Denn auf verspätete Landausflügler wartet der Kapitän in der Regel nur, wenn sie über die Reederei gebucht haben. Wer individuell das Schiff verlässt und nicht rechtzeitig zurück ist, sieht oft nur noch die Heckwelle des Luxusliners.

Nächste Station ist Frankreich: Le Havre. Der Hafen wurde 1517 am rechten Ufer der Seine gegründet. Neben dem Museum Malraux und dem Notre Dame ist auch der Garten St. Roch einen Abstecher wert. Paris ist recht weit – etliche Touren werden trotzdem angeboten, Motto: Wenn man schon mal da ist. Sehenswert ist auch das Haus von Claude Monet; also eine Stadtführung durch Giverny, vor den Toren Paris‘. Sinnvoll könnte es hier sein, sich einen Mietwagen zu nehmen und die Region auf eigene Faust zu erkunden. Pluspunkt hier: Die MSC Splendida legt erst um 20.30 Uhr wieder ab; man hat also etwas mehr Zeit, die Region zu erkunden.

Am siebten Tag der Reise geht es nach Flandern, Belgien. Der Hafen von Zeebrügge ist der perfekte Ausgangspunkt, die Sehenswürdigkeiten des Landes zu entdecken. Es ist zwar etwas mehr als ein Katzensprung bis nach Brügge, Gent, Antwerpen oder Brüssel. Trotzdem lohnen sich auch hier Ausflüge. Waffeln, Schokolade – unser Nachbarland hat viel zu bieten. Zwei Tage Amsterdam runden die Westeuropa-Kreuzfahrt ab. Das Venedig des Nordens mit den Grachten und Kanälen, den verwinkelten Gassen und zahllosen Sehenswürdigkeiten ist einen längeren Aufenthalt wert, ehe es nach einem weiteren Seetag zurück nach Hamburg geht und eine atemberaubende Kreuzfahrt ein Ende findet.

Wissenswertes über die MSC Splendida: Technische Daten, Kabinen und Ausstattung

Die MSC Splendida von MSC Kreuzfahrten (wörtlich: Die Schöne oder Die Wundervolle) wurde 2009 gebaut und bietet Platz für 3.247 Passagiere auf 18 Decks und in 1.637 Kabinen. 43 Kabinen sind barrierefrei erreichbar. Das Schiff ist 333 Meter lang, 38 Meter breit und 66 Meter hoch. Es ist 138.000 Bruttoregistertonnen „schwer“ und 1.370 Crew-Mitglieder kümmern sich um das Wohl der Gäste.

Das Schiff gehört zur Fantasia-Klasse. Schwesterschiffe sind das Typschiff MSC Fantasia, die MSC Divina und die MSC Preziosa. Der MSC Yacht Club verfügt über 71 Suiten und bietet mit Butler-Service und Priority Check-In viele Annehmlichkeiten der Luxusklasse. Die Innenausstattung ist typisch italienisch: mit viel Stil und Eleganz, Pomp und Blingbling.

Nach Routen im Mittelmeer ist die MSC Splendida seit dem 1. Mai ab/bis Hamburg auf diversen Routen unterwegs. Nord- und Westeuropa können auf kurzen Routen und längeren Passagen entdeckt werden.

Nordsee Kreuzfahrt

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