Kabinenupgrade erhalten, dennoch geklagt: Kreuzfahrerin erhält 10% des Reisepreises zurück

Bei einem Zimmer- oder Kabinenupgrade bin ich bisher immer davon ausgegangen, dass man sich als Reisender natürlich darüber freut. Dass es auch anders geht, zeigt ein Fall, der im Amtsgericht Rostock (Aktenzeichen 47 C 180/15) verhandelt wurde: Eine Reisende auf einem nicht näher beschriebenen Kreuzfahrtschiff hat zu Beginn des Urlaubs ein Kabinenupgrade auf eine Suite erhalten (Mehrwert: 2.410€) und dagegen geklagt. Der Grund: Ihr sei in der Kabine schlecht geworden.

Vertraglich zugesicherte Kabine nicht erhalten = Reisemangel

Die Frau, die laut ihren Angaben sehr schnell seekrank wird, hat eine bestimmte Balkonkabine mit Blick auf das Meer gebucht, um ihrer Krankheit vorzubeugen. Da die Kabine aus nicht näher beschriebenen Gründen nicht verfügbar war, hat die Klägerin besagtes Kabinenupgrade in eine Suite am Bug des Schiffs erhalten. Statt eines Balkons hatte diese größere Kabine Zugang zu einer Sonnenterrasse mit Liegen, was der Reisenden laut ihren Angaben zum Verhängnis wurde. Während der gesamten Kreuzfahrt litt sie an der Seekrankheit und klagte deswegen auf eine Reisepreisminderung um 40% und zusätzlichen 1.000€ Schmerzensgeld.

Aus diesen Forderungen wurde nichts, das Amtsgericht Rostock gab ihr dennoch in einem Punkt recht: Erhält man eine vertraglich zugesicherte Kabine nicht, ist dies ein Reisemangel, für den eine Preisminderung von 10% als angemessen gilt. Dies war dann auch die Entschädigung, die die Frau erhalten hat.

Was haltet ihr von diesem Urteil? Schreibt mir eure Gedanken in die Kommentare! :)

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2 Kommentare

  1. J.Mutzl sagt:

    Wir waren auch schon öfters auf einem Kreuzfahrtschiff, aber das Glück ein Apgret auf eine Suite hatte wir noch nie, anstatt dankbar zu sein kommt sie mit einer Klage an.Wenn sie leicht Seekrank wird, warum bucht sie dann auf einem Hochseekreuzer, kann ich nicht nachvollziehen, nochweniger verstehe ich den Richter.

  2. Rick sagt:

    Sie hatte mit Ihrer Buchung ja gezielt Vorkehrungen gegen Seekrankheit getroffen (vermutlich nicht nur Balkon, sondern auch unten, mittschiffs). Wenn sie dann zwangsumgesiedelt wird (sie hatte ja offenbar keine Wahl) und das ihre Vorkehrungen zunichte macht (kein Balkon, vermutlich höher und laut Artikel am Bug), dann kann die Kabine zwar teurer, für die Kundin aber trotzdem ‚weniger wert‘ sein. Scheinbar konnte sie das mit der Seekrankheit auch glaubwürdig nachweisen. Kurios, aber nachvollziehbar.

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