Hafen Barcelona

So erkundet ihr die katalanische Hauptstadt auf eigene Faust

Bei Reisen im Mittelmeer darf ein Hafen in der Regel nicht fehlen: der riesige Hafen Barcelona. Er ist der größte Hafen Europas und glänzt mit einer sehr zentralen Lage in Innenstadtnähe, sodass Ausflüge schnell und unkompliziert zu erledigen sind. Die bezaubernde Stadt mit dem Beinamen „Stadt Gaudis“ gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Europa überhaupt und lockt Touristen immer wieder hierhin, da sie sehr viel zu bieten hat. Mit jährlich über 800 Kreuzfahrtschiff-Ankünften und 2,4 Millionen Passagieren wickelt Barcelona mehr Passagiere pro Jahr ab als jede andere Stadt in Europa. Zum Vergleich: Die Stadt Hamburg hat im Jahr 2014 ungefähr 588.690 Passagiere im Hafen Hamburg begrüßen dürfen.

Die folgende Information zum Hafen Barcelona soll euch alle wichtigen Details näherbringen und beispielhaft ein paar Möglichkeiten erläutern, wie ihr die nur wenige Meter entfernte Stadt am besten erkunden könnt. Damit seid ihr dann bestens gewappnet, wenn eure nächste Kreuzfahrt einen Stopp in der traumhaften Stadt im Nordosten Spaniens hat! :)

Allgemeine Informationen zum Hafen Barcelona

Am Hafen von Barcelona befinden sich insgesamt neun Terminals, von denen sieben einzig und allein für Kreuzfahrtschiffe bestimmt sind. Es handelt sich dabei um die Terminals A, B, C und D am „Quai Moll Adossat“ und die Terminals N (North), S (South) und E (East), die sich direkt am World Trade Centre (auf der Karte unten mit einer „2“ markiert) befinden. Die weiteren Terminals (Sant Bertran und Maremagnum) sind ausschließlich für den Fährenverkehr und große Schiffe (keine Kreuzfahrtschiffe) bestimmt.

Hafeninfo Barcelona

Quelle: Barcelona Tourist Guide

Transfer vom Hafenterminal zur Innenstadt

Wenn ihr mit einem Kreuzfahrtschiff in Barcelona anlegt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr am Terminal A bis D am Quai Moll Adossat aussteigt (siehe Schaubild oben). Je nachdem an welchem Terminal ihr letztendlich anlegt, seid ihr zwei bis drei Kilometer von der „Kolumbus-Statue“ (oben auf der Karte mit der Nummer „1“ markiert) entfernt, die den Start der wohl wichtigsten Flaniermeile der Stadt darstellt: La Rambla (oder: Les Rambles). Auf knapp über 1,2 Kilometern könnt ihr hier völlig entspannt spazieren gehen, Shoppen und das wundervolle Wetter in der Stadt genießen.

Da der Weg vom Terminal zur La Rambla zu Fuß wahrscheinlich etwas zu lange dauern würde und besonders in der Mittagssonne anstrengend sein kann, fahren vom Terminal aus in regelmäßigen Abständen (ungefähr alle 30 Minuten) blaue Shuttle-Busse, die euch für 2€ pro Fahrt innerhalb von wenigen Minuten zum Kolumbus-Denkmal am Fuß der Flaniermeile bringen. Wer einen Ausflug auf eigene Faust in Barcelona unternimmt, sollte sich gleich das Tagesticket für 3€ sichern, damit man mit dem Bus auch zügig wieder zurück zum Kreuzfahrtschiff gelangt. Alternativ könnt ihr auch ein Taxi nehmen, das für den knapp 10-minütigen Weg von der Kolumbus-Statue zum Kreuzfahrtterminal am Quai Moll Adossat ungefähr 10€ kostet.

Wichtig: Ihr solltet dem Taxifahrer unbedingt sagen, dass ihr zum Kreuzfahrt-Terminal wollt, da es wohl schon oft vorgekommen ist, dass Reisende die Taxifahrer darum gebeten haben sie zu dem Terminal A (oder B, C, usw..) zu bringen und dann plötzlich am Flughafenterminal mit dem gleichen Namen ausgestiegen sind.

Etwas einfacher gelangt ihr ins Zentrum der Stadt, wenn ihr an einem Terminal des World Trade Centres ankommt. Da diese der Innenstadt sehr viel näher gelegen sind, benötigt ihr nur knapp 10 bis 15 Minuten zu Fuß bis ihr das Kolumbus-Denkmal und La Rambla erreicht. Am Kolumbus-Denkmal stehen in der Regel immer Touristenbusse bereit, die einfache Stadtrundfahrten zum kleinen Preis anbieten.

Transfer vom Flughafen zum Hafen Barcelona

Leider gibt es von Barcelonas Flughafen El Prat keinen direkten Shuttlebus zum Hafen und zurück, sodass ihr entweder auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder auf ein Taxi angewiesen seid. Auch wenn ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mehrmals umsteigen müsst, ist dieser Transfer unproblematisch und unkompliziert zu erledigen. Ihr nehmt dafür zuerst den Aerobus vom Flughafen, der euch zum Placa Catalunya bringt. Von hier aus nehmt ihr die Metrolinie L3 (grün) von der Haltestelle „Placa Catalunya“ bis „Drassanes“, die nur knapp zwei Minuten zu Fuß von der Kolumbus-Statue entfernt liegt. Von hier aus könnt ihr dann auf die blauen Shuttlebusse umsteigen, die euch direkt zu den Terminals am Quai Moll Adossat bringen oder ihr geht den Weg weiter zu Fuß zu den Kreuzfahrt-Terminals am World Trade Centre von Barcelona. Für die 25- bis 30-minütige Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen zum Hafen Barcelona zahlt ihr ungefähr 30 bis 35€.

Tipps und Tricks für euren Aufenthalt in Barcelona

In Barcelona treffen historische Bauwerke auf modern-futuristische Gebäude. Was zunächst sehr kontrastreich klingt, verleiht dieser zauberhaften Stadt jedoch ein besonderes Flair. Während man in vielen Großstädten von einer zur nächsten Sehenswürdigkeit flitzt, sollte hier alles etwas entspannter sein, sprich ihr solltet daherflanieren, die ersten Eindrücke auf euch wirken lassen und einfach nur genießen. Zwar ist die Zeit durch die zumeist nur 8 bis 12-stündigen Aufenthalte vor Ort begrenzt, durch die gute Lage des Kreuzfahrthafens müsst ihr dennoch nicht unbedingt von A nach B hetzen.

Am besten startet ihr eure Tour am berühmten Placa de Catalunya, dem Bindeglied zwischen Alt- und Neustadt mitten im Herzen Barcelonas. Und vorab noch ein super Tipp, um in kurzer Zeit so viel wie möglich von dieser Metropole zu entdecken: Besorgt euch idealerweise die Barcelona Card, mit der ihr nicht nur zahlreiche Ermäßigungen bzw. freien Eintritt in verschiedene Sehenswürdigkeiten erhaltet, sondern auch kostenfrei die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen könnt. So spart ihr jede Menge Zeit und Geld!

Antonio Gaudi: Dieser Künstler ist in Barcelona allgegenwärtig

Sagrada Familia, Casa Batlló und der Park Güell – wir müssen zugeben, dass den meisten von uns genau diese drei Sehenswürdigkeiten in den Sinn kommen, wenn wir an Barcelona denken, denn sie prägen das Stadtbild wie kaum ein anderes Bauwerk. Das Besondere daran: All diese Sehenswürdigkeiten stammen vom berühmten katalanischen Architekten und Designer Antonio Gaudí, der zum bekanntesten Vertreter des Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Jugendstils „Modernisme“ gehört. Diese und vier weitere Bauwerke Gaudís gehören seit nun einigen Jahren zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Allem voran ist natürlich die weltberühmte Basilika Sagrada Familia, das bekannteste Wahrzeichen der Stadt zu nennen, die ihr während eures Aufenthalts in Barcelona einfach unmöglich umgehen könnt. Dieser beeindruckende Sakralbau gehört zu einem der beeindruckendensten Bauwerke Gaudís und zugleich zu den zweifelsohne meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt – auch wenn seit nun mehr als 133 Jahren an ihr gebaut wird. Zauberhafte Fassaden und kleinste Details sorgen nicht nur von außen, sondern auch von innen für jede Menge Begeisterung. Der Eintritt liegt aktuell ohne Guide bei 15 Euro pro Person.

Kaum wegzudenken aus Barcelona ist auch der farbenfrohe Park Güell. In diesem bunten Park trifft man nicht nur auf Touristen, sondern auch auf viele Musiker und Künstler. Das einstige Wohnhaus Gaudís, in dem er von 1906 bis 1925 gelebt haben soll, wurde mittlerweile zu einem Museum umfunktioniert, in dem Besucher von Gaudí entworfene Möbelstücke und Zeichnungen bewundern können. Der Eintritt für den Park liegt bei 7 Euro pro Person, für einen Besuch des Wohnhauses Gaudís zahlt ihr etwa 5,50 Euro. Neben der beeindruckenden Architektur mit bunten, fantasievollen Mosaiken aus Keramikscherben, die ihr überall im Park verteilt bewundern könnt, habt ihr zudem einen großartigen Ausblick über die Dächer Barcelonas. Hier heißt es nun flanieren, bewundern und genießen. Einfach herrlich!

Interessante Museen in Barcelona

Neben den zahlreichen von Antonio Gaudi geschaffenen Sehenswürdigkeiten findet ihr in Barcelona natürlich auch etliche schöne Museen, die mehr über die Geschichte der Stadt erzählen. Eines dieser Museen ist zum Beispiel das Museu Picasso, in dem vorwiegend Werke aus der Jugend von Pablo Picasso ausgestellt sind, da er einige Jahre seiner Jugend in Barcelona verbrachte. Ein weiteres gern besuchtes Museum ist das Museu d’Història de la Ciutat, das euch auf insgesamt drei Etagen die Geschichte der Stadt nahebringt. Weitere beliebte und sehenswerte Museen sind das Museu Nacional d’Art de Catalunya und das Museu del Futbol Club Barcelona.

Apropos FC Barcelona: Jedem Fußballfan wird beim Namen Camp Nou das Herz höher schlagen. Das Stadion des wohl bekanntesten Vereins der Welt ist ein „Tempel“, der bei einem Zwischenstopp in Barcelona unbedingt besucht werden muss! Damit meine ich allerdings nicht, dass ihr euch jetzt für wer weiß wie viel Geld ein Ticket für ein Fußballspiel kaufen müsst. Besucht die Umkleidekabine der Fußballstars, lauft durch den Spielertunnel und schaut euch den Presseraum an, in dem Trainer und Verantwortliche die Pressekonferenzen abhalten. Um all dies zu ermöglichen, bucht ihr einfach die sogenannte „Camp Nou Experience“. Tickets inklusive Museumsbesuch und Audioguide gibt es für Erwachsene bereits ab 23 Euro, für Kinder von 6 bis 13 Jahren schon ab 17 Euro.

Hafeninfo Barcelona

Camp Nou; Foto: FC Barcelona

Um kurz nochmal auf die zahlreichen sehenswerten Museen der Stadt zurückzukommen: Viele der beliebtesten Museen Barcelonas befinden sich im Barri Gòtic, auch bekannt als Gotisches Viertel. Wer also eines dieser Museen besucht, wie etwa das Museu Frederic Marès, der sollte sich definitiv auch die Zeit nehmen, um sich das älteste Stadtviertel Barcelonas genauer anzuschauen. Hier könnt ihr durch viele enge, verwinkelte Gassen schlendern, die das Stadtbild des Gotischen Viertels prägen, die Kathedrale de la Santa Creu i Santa Eulàlia und weitere geschichtsträchtige Gebäude bewundern oder auch einfach mal abends einige der unzähligen Bars und Kneipen besuchen, die auf den ein oder anderen Drink einladen.

Shopping in Barcelona: La Rambla – 1,2 Kilometer Shoppingerlebnis pur

Eine Shopping-Tour in Barcelona ist einfach nur einzigartig. Angefangen am Kolumbus-Denkmal lauft ihr am besten entlang der Las Ramblas, der berühmtesten Flaniermeile Barcelonas, in Richtung Placa de Catalunya. Diese über 1,2 Kilometer lange Strecke ist einfach der Hammer – von zahlreichen kleinen und großen Boutiquen über Straßenkünstler bis hin zu bunten und historischen Bauwerken ist hier wirklich alles dabei. Also könnt ihr unterwegs nicht nur super einkaufen, sondern auch noch jede Menge besichtigen. Zudem lauft ihr am berühmten Markt Mercat de la Boqueria vorbei, der frische Lebensmittel jeglicher Art anbietet. Es ist ein Ort, an dem Touristen auf das alltägliche Getümmel der Einheimischen treffen. In diesem Teil Barcelonas ist einfach immer etwas los. Als kleinen Tipp nebenbei: Seid bitte sehr aufmerksam was eure Wertsachen angeht, denn hier und da kann schon mal der ein oder andere Taschendieb unterwegs sein.

Mein persönlicher Tipp: Sehr empfehlenswert ist definitiv eine Hop-on Hop-off Tour durch Barcelona, bei der ihr an den vielen vorgesehenen Haltestellen so oft ein- und aussteigen könnt, wie ihr wollt. So kommt ihr schnell von A nach B und erkundet auch noch die top Highlights der Stadt. Alternativ würde ich euch bei gutem Wetter eine schöne geführte Fahrradtour durch Barcelona empfehlen, bei der ihr zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt fahrt und zudem auch noch etwas Gutes für eure Fitness tut. :)

Wenn der kleine oder große Hunger kommt – Die katalanische Küche

Bei einer Tour durch Barcelona wird es spätestens bei den vielen wundervollen Düften dazu kommen, dass sich der kleine oder große Hunger bei euch meldet. Kein Problem, Barcelona zeichnet sich nämlich auch durch die schmackhafte katalanische Küche aus, die ihr hier an nahezu jeder Straßenecke probieren und genießen könnt. Ganz weit vorne liegen hier natürlich die typisch spanischen Tapas, kleine Appetithäppchen in Form von Meeresfrüchten, Fleisch und Gemüse. Hinzu gibt es meist leckere Brote, Dips und natürlich Olivenöl und einen leckeren spanischen Wein. Ob als Snack für zwischendurch oder als Abendessen in größeren Mengen – Tapas gehen einfach immer. Beliebte Tapas Bars sind zum Beispiel La Txapela, eine Kette, die es gleich an mehreren Standorten in Barcelona gibt, Irati Taverna Basca, Quiemet & Quimet oder auch Malamén-Bendita Bodega, eine kleine zunächst unscheinbare Tapas Bar mit sehr familiärer Atmosphäre etwa 25 Gehminuten südlich vom Placa de Catalunya entfernt.

Größere Mahlzeiten findet ihr hauptsächlich im Gotischen Viertel, denn hier befinden sich viele Restaurants mit traditionell katalanischer und mediterraner Küche. Am besten bestellt ihr euch hier das Tagesmenü, oder schaut was die Einheimischen sich gerne bestellen, denn dann bekommt ihr in der Regel ein typisch katalanisches Essen, wie zum Beispiel schwarzen Reis mit Tintenfisch, grobe Bratwurst mit weißen Bohnen oder auch katalanische Cannelloni gefüllt mit Hackfleisch und überbacken mit Béchamelsoße. Ich will ja nichts sagen, aber so langsam läuft mir das Wasser im Mund zusammen!

Wie ihr bei diesem Text bereits erahnen könnt, ist Barcelona eine unglaublich abwechslungsreiche Stadt, die nicht nur kulturell, sondern auch kulinarisch und historisch interessant ist. Wahrscheinlich wird die Zeit während einer Kreuzfahrt nicht ausreichen, um alle Sehenswürdigkeiten zu erblicken und mehrere Restaurants zu testen, dennoch hoffe ich, dass ihr durch unseren Tipps und Tricks zum Hafen Barcelona und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten euren kommenden Aufenthalt in der Metropole im Nordosten Spaniens noch besser planen und genießen könnt. Zwar sind auch viele schöne Ausflüge direkt über die Reedereien buchbar, doch gerade hier in Barcelona empfehle ich eine Erkundung der Stadt auf eigene Faust auf jeden Fall weiter, da der Hafen sehr zentral liegt und ihr direkt loslegen könnt. Ich wünsche euch viel Spaß!

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