Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff - Interview mit Anis Sakka auf der Mein Schiff 4

Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff – wie ist das eigentlich? Mehr durch Zufall als von langer Hand geplant habe ich mich heute eine Weile mit Anis Sakka unterhalten. Er kellnert in der Backstube, im Anckelmannsplatz und ab und an auch im Atlantik Haupt-Restaurant auf der Mein Schiff 4 von TUI Cruises. Beim Frühstücken hielt er heute mit vielen Gästen ein kurzes Schwätzchen. Freundliche Worte, stets ein Lächeln… Auch das macht eben den ganz eigenen und unverwechselbar schönen Charakter der Wohlfühlschiffe der Hamburger Reederei aus. Auch mich grinste der sympathische Kellner an, als er meine Teller abräumte, fragte, wie es mir so geht – und *zack* hatte ich ihn für ein kleines Interview am Haken.

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TUI Cruises spendiert Sprachkurse für die Internationale Crew

Ganz klar. Die Schiffe von TUI Cruises sind deutschsprachig. Gutes Deutsch ist daher auch bei den Mitarbeitern gern gesehen. Zwar ist es gut, als Gast auch ein paar Brocken Englisch zu können – die Sprachkenntnisse der Crew werden aber immer besser. Dafür sorgt auch eine Sprach-Lehrerin, die mehrmals pro Woche Deutschunterricht gibt. Auch Anis Sakka lernt erst seit zwei Monaten Deutsch; ist aber schon auf Level 2 angekommen. Er kommt aus Tunesien – dem Land, in dem es vor einigen Wochen den schlimmen Terror-Anschlag von Sousse gab.

Der Kontakt zur Familie fehlt ihm; aber dafür hat er auf dem Schiff eine neue, kleine, große Familie gefunden. An Bord der Mein Schiff 4 leben und arbeiten rund eintausend Leute aus etwa 50 verschiedenen Nationen; 120 davon in der Nautik und der Großteil von rund 880 Leuten – so wie Anis Sakka – im Hotel-Bereich. Vor Dienstantritt muss jedes Crew-Mitglied circa 300 Trainingsstunden absolvieren. 70 Prozent der Mitarbeiter haben schon zuvor auf einem TUI Cruises-Schiff gearbeitet. Nicht so Anis. Für ihn ist es der erste Vertrag auf See; „sicher nicht sein letzter“, wie er sagt.

Arbeiten auf hoher See: Reedereien stellen viele Leute ein!

Im Interview mit Captain Kreuzfahrt schildert Anis Sakka, wie es so ist – dort zu arbeiten, wo andere Leute Urlaub machen. Er erzählt und, welche Möglichkeiten er hat, seine Freizeit zu verbringen und weiht uns in seine Träume ein, auf See eine kleine Karriere zu machen. Die Chancen dafür stehen gut. TUI Cruises wird noch viele weitere Schiffe bauen und sucht händeringend nach guten und engagierten Leuten… Leuten wie Anis – viel Spaß bei diesem kleinen Interview, das einen kleinen Einblick in die Welt der Crew geben soll.

Captain Kreuzfahrt: Hey Anis. Wie geht’s?

Anis Sakka: Ganz gut, vielen Dank! Das Meer ist ein bisschen unruhig heute, aber so ein bisschen Seegang macht ja auch Spaß, oder!?

Captain Kreuzfahrt: Keine Frage. Macht das Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff denn auch Spaß?

Anis Sakka: Auf jeden Fall! Es ist wirklich schön, viel von der Welt zu sehen, unterwegs zu sein und auch der Zusammenhalt in der Crew ist phantastisch. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem Schiff unterwegs bin und auch das erste Mal, dass ich meine Heimat in Tunesien verlasse. Ich komme aus Medina und habe vorher lange in einem Hotel gearbeitet. Die Arbeit an Bord ist im Grunde sehr ähnlich.

Captain Kreuzfahrt: Ich kann mir vorstellen, dass man an Bord auch ganz gut verdient, oder? Jedenfalls besser als in Tunesien?

Anis Sakka: In der Tat! TUI Cruises ist hier wirklich sehr großzügig. Nicht nur, was das Einkommen angeht, sondern auch bei der Unterbringung und den Zusatzangeboten wird hier viel getan. Nach der Arbeit können wir Sport machen, in eine Disco für die Crew gehen, in die Bar und natürlich mit einer „Leasure Card“ auch in den ganz regulären Passagier-Bereich der Mein Schiff 4 gehen. Mit dem Geld, das ich hier an Bord verdiene, unterstütze ich auch meine Familie in Tunesien. Es macht viel Spaß und ich hoffe, dass ich immer wieder kommen kann.

Captain Kreuzfahrt: Dein Deutsch ist echt ausgezeichnet.

Anis Sakka: Dankeschön. Schon im Hotel damals habe ich immer wieder mit deutschen Gästen zu tun gehabt und da lernt man schon ein bisschen die Sprache. Ich finde es großartig, dass hier auf dem Schiff auch Deutschunterricht angeboten wird. Zweimal die Woche gehe ich anderthalb Stunden in den Kurs und bin schon auf Level 2. Es macht Spaß, sich mit den Gästen mehr unterhalten zu können.

Captain Kreuzfahrt: Wie kamst Du denn auf die Idee, aufs Schiff zu gehen?

Anis Sakka: Ich habe die Stelle im Internet gefunden und war echt begeistert. Es ist schon etwas anderes, in einem Hotel oder auf dem Meer zu arbeiten. Klar, man vermisst seine Familie – aber hier ist es wirklich besser. Es war eine gute Idee und wir können so viel machen! Allein die Häfen zu sehen, ist sehr schön! Ich war ein paar mal in Kiel von Bord. Solche Städte zu sehen – das ist einfach super! Mein Bruder arbeitet in Hamburg. Auch die Stadt ist wunderbar.

Captain Kreuzfahrt: Arbeitest Du denn nur im Buffet-Restaurant Anckelmannsplatz?

Anis Sakka: Ja, hier in diesem Bereich bin ich fest eingeteilt. Die Arbeit macht mir sehr, sehr viel Spaß. Wenn im Atlantik-Restaurant viel zu tun ist, werde ich von dort angefordert und kann auch dort arbeiten. Dort ist es noch ein bisschen schöner, weil man dort die Tische eindecken muss und man einfach noch ein bisschen mehr lernen kann. Ich würde mich an Bord sehr gern entwickeln und ich höre immer wieder, dass man gut Karriere machen kann. Das ist für mich wirklich eine gute Perspektive!

Captain Kreuzfahrt: Dazu wünsche ich Dir ganz, ganz viel Glück und Erfolg. Ich bin mir sicher, dass Du deinen Weg hier gehen wirst. Bis bald, Anis! :-)

[db]

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