AIDAprima doch nicht so „sauber“ wie gedacht?

Das sauberste Kreuzfahrtschiff der Welt und auch während der Fahrt nahezu emissionfrei soll AIDAprima sein, das waren die Versprechungen von AIDA Cruises vor Beginn der ersten Reise zu den Metropolen der Nordsee. Doch bewahrheiten sich diese großen Ankündigung wirklich? Ich bin heute auf Spiegel Online auf einen interessanten Artikel gestoßen, der Gegenteiliges behauptet: Da das neuartige Abgasfiltersystem aus den USA in der Europäischen Union noch nicht zugelassen ist, ist AIDAprima zumindest während der Fahrt nicht „sauberer“ als jedes beliebige Kreuzfahrt- oder Containerschiff ohne Katalysator. Stein des Anstoßes ist eine Mitteilung des Naturschutzbundes e.V. (NABU), der das Fehlen einer Abgastechnik auf AIDAprima vermutet.

AIDAprima fährt (noch) ohne Rußpartikelfilter

Eine 150-fach höhere Belastung als saubere Luft und eine 8 mal höhere Konzentration an ultrafeinen Rußpartikeln als im ohnehin schon belasteten Hafengebiet Hamburgs: Das sind die Eckdaten, die die Messung des Naturschutzbundes bei AIDAprima ergeben haben. Für ein Schiff, das prominent damit beworben wurde „neue Maßstäbe im Umweltschutz“ zu setzen sind das ziemlich heftige Werte, mit denen sich nun die Verantwortlichen von AIDA Cruises konfrontiert sehen. Wie konnte das bloß passieren?

Laut Monika Griefahn, Umweltdirektorin bei AIDA Cruises, liegt die Schuld bei dem in der EU sehr komplizierten Zulassungsverfahren für den neuen Rußpartikelfilter, der in dem AIDA Flaggschiff verbaut ist. Solange dieser nicht genehmigt wurde, darf AIDAprima das Gerät nicht nutzen und bläst während der Fahrt somit genauso viel Schadstoffe in die Luft wie jedes andere Kreuzfahrt- und Containerschiff auch, das mit Marinediesel und ohne weitere Filter fährt. Nur während der Liegezeiten am Hamburger Hafen ist AIDAprima nahezu emissionsfrei, denn solange die neuartigen Dual-Fuel-Motoren von AIDAprima mit den eigens dafür konzipierten LNG-Bargen betankt werden, können die Dieselmotoren an Bord ausgeschaltet werden. Also keine Sorge: Bei der bevorstehenden Taufe von AIDAprima am Hamburger Hafengeburtstag sollten die Emissionen sehr gering sein.

Wann genau die Zulassung für den Partikelfilter gewährt wird, steht indes noch nicht fest. In diesem Punkt gibt es nämlich ein großes Problem: Das wegweisende Filtersystem darf nur außerhalb der Nord- und Ostsee, den sogenannten „Emission Control Areas“, getestet und beurteilt werden. AIDA Kenner werden jedoch wissen, dass AIDAprima bis Oktober 2017 ausschließlich in der Nordsee unterwegs sein wird.

ck_AIDAprima Drohne

1 Kommentar

  1. Rick sagt:

    Leider nicht richtig, was oben geschrieben steht, denn während der Taufe hat die Prima ja nicht im Hafen GELEGEN (ob dort die LNG-Barge benutzt wurde ist auch fraglich), sondern ist GEFAHREN.

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