Reaktionen und weitere Neuigkeiten zu den Explosionen in Ashdod und Teilen von Raketen auf AIDAdiva!

Update, 8. Juli 2014 – 19:37 Uhr: Nachdem AIDAdiva im vergangenen Jahr auch wegen Unruhen in Ägypten und der Türkei mehrfach umgeroutet wurde, scheint das auch in diesem Jahr der Fall zu sein. Nach dem Ashdod-Vorfall scheint Santorin als neuer Zwischenziel-Hafen fest zu stehen. Das schreib Pascal Wepner auf seinem Blog Schiffe und Kreuzfahrten und bezieht sich auf Mitteilungen an Gäste, die (bald) an Bord gehen werden.

Gestern hatten Raketenteile AIDAdiva getroffen – Gäste, Crew und das Schiff sind aber außer Gefahr. Heute nun äußern sich die Betroffenen; aber auch Verantwortliche und andere Reedereien zu dem Besorgnis erregenden Zwischenfall zwischen Gaza-Streifen und Israel. AIDA Cruises hat auf der Webseite mittlerweile eine Stellungnahme veröffentlicht, die dem Wortlaut der Facebook-Mitteilung von gestern schon sehr nahe kommt, die ich euch gestern Nacht bereits zur Kenntnis gebracht habe. Hier nun die Erklärung im O-Ton:

a_kreuzfahrt_aida_aidadiva_meer_himmel_blauWährend des planmäßigen Auslaufens von AIDAdiva aus dem Hafen von Ashdod (Israel) am Abend des 7. Juli 2014 kam es gegen 20.28 Uhr Ortszeit in Ashdod zu Explosionen, die vom Kreuzfahrtschiff AIDAdiva aus beobachtet wurden. Alle 2.700 Gäste und Crewmitglieder von AIDAdiva sind wohlauf. Es wurde niemand verletzt und es entstanden keine Schäden am Schiff. Allerdings wurden Kleinstpartikel, die nach ersten Einschätzungen von Experten von Abwehrraketen stammen könnten, auf dem Passagierdeck gefunden. Von diesen geht keine Gefahr aus, sie wurden unverzüglich durch die Besatzung sichergestellt. Die Gäste an Bord von AIDAdiva wurden umgehend durch die Schiffsführung informiert.

ack_kreuzfahrt_hansjoerg_kunze_aida-kopfAIDAdiva hat ohne Verzögerung seine Reise fortgesetzt und befindet sich derzeit auf dem Weg nach Kreta, wo es am Mittwoch, den 9. Juli 2014, um 8 Uhr planmäßig anlegen wird. „Wir bedauern es sehr, dass die Gäste von AIDAdiva Zeugen dieses Zwischenfalls wurden. Wir versichern allen unseren Gästen, dass für AIDA Cruises die Sicherheit von Gästen und Crew jederzeit oberste Priorität hat. Die aktuelle Sicherheitslage in Israel wurde und wird durch uns permanent beobachtet und mit Hilfe eigener und externer Analysen qualitativ bewertet. Auf Basis dieser Analysen entscheiden wir für jede einzelne Reise, ob und welche Maßnahmen, gegebenenfalls Änderungen, eingeleitet werden“, sagte Hansjörg Kunze, Vice President Communication & Sustainability AIDA Cruises. Bis heute Abend lag keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Ashdod vor.

TUI Cruises erwägt Änderungen der Route

ack_kreuzfahrt_adhdod-strandWährend sich AIDA Cruises also je nach Reise die Umroutung vorbehält, denkt man auch am Hamburger Anckelmannsplatz über die jüngsten Geschehnisse nach. Dem Vernehmen nach habe man auch bei TUI Cruises die Ereignisse mit Besorgnis zur Kenntnis genommen. „Die Sicherheit unserer Gäste, der Crew und unserer Schiffe hat für TUI Cruises immer oberste Priorität“, teilte mir ein Isider telefonisch mit. Man beobachte die aktuellen Geschehnisse in Israel sehr aufmerksam. Im Oktober dieses Jahres sind zwei Reisen der Route Mittelmeer und Israel mit Anläufen in Ashod und Haifa geplant. „Sollte es nur die geringste Wahrscheinlichkeit geben, dass die Sicherheit unserer Gäste nicht mehr hundertprozentig gewährleistet ist, werden wir die Route unserer Schiffe problemlos kurzfristig auf andere Häfen umleiten“, hieß es aus der Firmenzentrale in Hamburg.

Auch die anderen Reedereien überdenken Routen

ack_kreuzfahrt_adhdod-soldatÄhnlich ist die Lage bei MSC Kreuzfahrten. Annabell Feith aus der Pressestelle teilt mit: „Wir haben die Berichte über die Geschehnisse um die AIDAdiva in Ashdod am gestrigen Montagabend (7. Juli 2014) mit Besorgnis verfolgt. Die Sicherheit unserer Gäste und Crewmitglieder genießt jederzeit höchste Priorität bei MSC Kreuzfahrten. MSC Kreuzfahrten hat für seine Schiffe keine Anläufe in israelischen Häfen vor November geplant, aber wir beobachten fortwährend die Situation in Israel sowie deren weitere Entwicklung. Wir werden unsere Routen selbstverständlich modifizieren, wenn dies notwendig wird, um die Sicherheit unserer Gäste und Crewmitglieder zu gewährleisten.“

Costa Kreuzfahrten bietet ebenfalls erst im Herbst wieder Kreuzfahrten in Israel an. Eine Stellungnahme der Italiener liegt derzeit noch nicht vor. Stattdessen habe ich mit Helge H. Grammerstorf von CLIA, dem Verband der Kreuzfahrtunternehmen, gesprochen. „Wir haben gestern natürlich aufmerksam beobachtet, was sich in Israel ereignet. Im Vorfeld hat es keine solche Einschätzung der Lage gegeben. Jetzt sieht die Sache natürlich möglicherweise etwas anders aus. Alle Reedereien beobachten die Sicherheitslage in jedem Hafen, die sie anlaufen, zu jeder Zeit. Sowohl im eigenen Hause, als auch durch Daten der Behörden – etwa des Auswärtigen Amtes“, erklärte der CLIA-Boss. Bis dato hätten aber nicht einmal Informationen der lokalen Agenturen in Ashdod Grund zur Besorgnis gegeben. „Nun wird man in die Analyse gehen müssen und überlegen, welche Schlussfolgerungen man zieht“, so Grammerstorf.

Auch die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, Negar Etminan, ist besorgt: „Die jüngsten Ereignisse in Ashod haben wir selbstverständlich zur Kenntnis genommen. Die Sicherheit unserer Gäste und der Crew hat für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten immer oberste Priorität. Wir beobachten die aktuellen Geschehnisse in Israel sehr aufmerksam und sind mit unseren Agenturen vor Ort und den offiziellen Stellen im Austausch. Für Ende Oktober 2014 ist eine Reise mit der Europa 2 mit Anläufen in Ashod und Haifa geplant. Wir werden weiterhin die Entwicklungen vor Ort intensiv beobachten. Sollte es die Notwendigkeit geben, werden wir selbstverständlich im Sinne unserer Gäste eine entsprechende Routenanpassung vornehmen.“

Videos des Raketenangriffs bei Youtube veröffentlicht

Die Rhein-Zeitung hat ein spektakuläres Video veröffentlicht… Darin ist eine Durchsage zu hören, möglicherweise vom Kapitän: „Raketen, die aus dem Gaza-Streifen gestartet wurden und in Richtung Norden von Israel unterwegs waren, die wurden über dem Hafengebiet und in der Nähe der Stadt von Ashdod durch die israelischen Abwehrraketen abgeschossen. Es bestand zu keiner Zeit irgendeine Gefahr für das Schiff. Wir waren informiert, vom Lotsen, dass wir so schnell wie möglich den Hafen verlassen müssen. Das heißt, die israelische Armee war über den Vorgang informiert. Wir werden jetzt so schnell wie möglich das israelische Hoheitsgebiet verlassen und uns auf den Weg nach Heraklion machen.“

Zudem ist im Internet ein Video aufgetaucht, das den Zwischenfall zeigt. Auch die Tagesthemen hatten gestern Bewegtbilder gezeigt – wahrscheinlich von Passagieren der AIDAdiva. Dieses wurde offenbar nicht von Bord aufgenommen, sondern aus der Nähe. Man hört Sirenenalarm und sieht Abwehrraketen, die offensichtlich ihr Ziel erreichen. Die Männer, die im Video zu hören sind, scheinen beängstigt zu sein… Ich versuche, das Gesagte übersetzen zu lassen…

Offenbar wechseln die Männer im Video mehrfach die Sprache. Hebräisch, englisch, französisch? Es ist nicht leicht, zu ermitteln was sie sagen… Natürlich geht’s um die Raketen. Ein Freund meint, dass einer die ganze Zeit sagt „Sie kommt auf uns zu“ – „Sie kommt auf uns zu“. Das sei aber nur eine Interpretationsmöglichkeit… Und weiter? Die Gesprächsfetzen könnte bedeuten: Die Rakete hat das Schiff getroffen … Ich hab keine Idee … noch eine … dort dort dort … auf uns (oder in unsere Richtung) … Gott sei dank … noch eine … noch zwei … noch drei … wow wow wow …

 

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