6600 - So viele Menschen sollen bald auf neuen AIDA-Schiffen fahren können

Es klingt wie eine unglaubliche Zahl, doch Arnold Donald, Chef des AIDA-Mutterkonzerns Carnival Corporation, meint es ernst: Schon in wenigen Jahren soll ein AIDA-Kreuzfahrtschiff mit 6600 Passagieren vom Stapel laufen und Kreuzfahren für das Unternehmen noch rentabler machen. In der Neuen Osnabrücker Zeitung schreibt der Redakteur Christian Schaudwet zu den neuen Plänen des Kreuzfahrt-Riesen. Eine Zusammenfassung des Artikels findet ihr in den folgenden Zeilen.

6600 Passagiere aber trotzdem genug Platz – Stichwort: Effizienz

Das Vorhaben des Carnival-Vorstandschefs ist eine klare Ansage an Royal Caribbean, die mit der Oasis of the Seas und Allure of the Seas die bisher größten Kreuzfahrtschiffe gemessen an der Passagierzahl ihr Eigen nennen (5400 Passagiere). Mit 6600 Passagieren würde man eine Schallmauer durchbrechen, die man vor wenigen Jahren noch nicht für möglich gehalten hat. Doch wie soll dies überhaupt funktionieren ohne sich an den Decks eingeengt zu fühlen? Das Stichwort lautet hier ganz klar Effizienz beziehungsweise eine effizientere Raumnutzung, die den Passagieren keine großen Abstriche aufzwingt. Dennoch wird unter Branchenkennern befürchtet, dass große Attraktionen, wie zum Beispiel riesige Pools oder Sportfelder, bei dieser Art Kreuzfahrtschiff der Vergangenheit angehören werden.

Das angepasste Angebot sei der „Preis der Demokratisierung der Kreuzfahrt“, aber es komme an, sagt der Schweizer Schifffahrtsanalyst und Kreuzfahrtexperte Thomas P. Illes: „Platz ist eines der Hauptkriterien, in denen sich Premium oder gar Luxus vom Mainstream unterscheiden.“ Für Aida werde es darauf ankommen, die Passagierströme an Bord so zu lenken, dass keine allzu großen Ballungen entstehen. Dieses Ziel soll jedoch auch die Innovation fördern und Designelemente schaffen, die den Reedereien noch mehr Möglichkeiten geben. Im Gespräch sind in diesem Punkt beispielsweise überhängende Außendecks oder eine effizientere Anordnung der Rettungsboote, um mehr Platz für die Passagiere zu schaffen. Zusätzlich soll die Zahl der Besatzungsmitglieder drastisch verringert werden, um die Crew-Kabinen zu reduzieren. Dies soll unter anderem durch eine „Gastronomie der Selbstbedienung“ geschehen, bei der sich der Gast sein Essen selbst zusammenstellt und nicht mehr von einem Crewmitglied bedient wird.

Diese Anpassungen sollen dazu führen, dass auch Menschen, die sich bisher keine Kreuzfahrt leisten konnten, die Möglichkeit eines Urlaubs auf der See erhalten. Denn auch bei Kreuzfahrten gilt: Wenn das Angebot groß ist, können Reisen zu einem geringeren Preis angeboten werden. Ersten Berechnungen zufolge könnte das Konzept der neuen Effizienzverteilung aufgehen. Problematisch könnte es bei gutem Wetter jedoch auf dem Sonnendeck werden, da sich hier dann die Passagiere ballen könnten.

Umweltschützer sehen die Entwicklung mit einem lachenden und weinenden Auge, da eine größere Anzahl an Passagieren natürlich den Energieverbrauch pro Person verringert, aber dafür auch das Müll-Aufkommen an den Reisezielen drastisch erhöhen kann. Was mit diesem Müll passieren soll, wird noch zu klären sein.

Quelle: Christian Schaudwet, Neue Osnabrücker Zeitung vom 3. Juli 2015, 06.33 Uhr

Meine Frage an euch: Wie findet ihr diese Entwicklung? Freut ihr euch, dass eine Kreuzfahrt schon bald günstiger sein könnte oder seht ihr es eher kritisch, da die negativen Punkte überwiegen? Ich jedenfalls bin sehr gespannt, wie das effiziente Raumkonzept aussehen soll!

[db]

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