Seekrank oder Magen verdorben? Ein Apotheker gibt Tipps für alle Kreuzfahrt-Fans – Eure Reise-Apotheke

Krank im Urlaub? Für viele von uns ist das keine schöne Vorstellung. Vor allem Kreuzfahrt-Fans sind gefährdet. Denn: Wer seekrank wird oder mit einer Erkältung aufs Schiff geht, kann die Reise nicht genießen. Doch was macht man, wenn’s einem an Bord gar nicht gut geht? Für Notfälle gibt’s an Bord von Kreuzfahrtschiffen natürlich den Schiffsarzt. Mit Medikamenten in der Reise-Apotheke kann man viel kleine Wehwehchen jedoch schnell selbst kurieren. Ich habe Prof. Dr. Christian Franken, Chefapotheker der Versandapotheke Doc Morris gefragt, wie man gut vorbereitet in die Ferien startet.

Captain Kreuzfahrt: Woran erkenne ich, dass ich seekrank bin?

a_christian_frankenProf. Dr. Christian Franken: Die Symptome einer Seekrankheit wie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel vermiesen auch dem hartgesottensten Urlauber jegliche Freude an einer Kreuzfahrt. Auslöser der Seekrankheit ist eine Diskrepanz zwischen Sehen und Spüren.

Was raten Sie mir, wenn mir auf einem Kreuzfahrtschiff schlecht wird?

Prof. Dr. Christian Franken: Für Betroffene ist es ratsam, bei den ersten Anzeichen an Deck zu gehen und einen Punkt am Horizont zu fixieren. Während die Sinnesorgane unter Deck unterschiedliche Reize melden – das Auge sieht eine gerade Wand, während das Gleichgewichtsorgan die Schiffsbewegung registriert – können sie sich an Deck wieder angleichen. Auch Schlafen kann helfen. Wenn die einfachen Hilfsmittel nicht ausreichen, können auch Medikamente wie Hautpflaster gegen Reiseübelkeit, Reise-Tabletten oder -Kaugummis Abhilfe schaffen.

Was muss ich dabei denn beachten?

Prof. Dr. Christian Franken: Wer Medikamente einnimmt, sollte auf Alkohol verzichten, da es sonst zu Wechselwirkungen kommen kann. Zudem haben alle Medikamente gegen Seekrankheit Müdigkeit als Nebenwirkung, so dass es sich bei leichten Beschwerden lohnt, zunächst die sanften Alternativen auszuprobieren. Dennoch sollten vor allem Kreuzfahrt-Neulinge für den Notfall Medikamente gegen Seekrankheit mitnehmen.

a_medikamente

a_bullaugeWas raten Sie denn generell Kreuzfahrt-Fans, die regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind?

Prof. Dr. Christian Franken: Ganz klar, auch Menschen, die regelmäßig Tabletten benötigen, können unbeschwert reisen. Für sie ist eine gute medizinische Vorbereitung besonders wichtig. Im Zweifelsfall kann ihr Arzt auch einschätzen, ob sie unbedenklich eine Reise mit langem Flug buchen können oder Sie doch besser statt der Karibik- die Kanaren-Kreuzfahrt wählen. Regelmäßig benötigte Medikamente sollten in jedem Fall in ausreichender Menge mitgenommen werden. Es gibt zwar auf vielen Schiffen eine Bord-Apotheke, aber dort können verständlicherweise nicht alle Medikamente vorrätig sein. Befördern Sie Ihre Medikamente bei Flugreisen immer im Handgepäck. Der Grund: Insulin zum Beispiel verträgt keine Temperaturen unter vier Grad Celsius. Der eisige Laderaum ist deshalb kein geeigneter Aufbewahrungsort. In warmen Ländern lagern hitzeempfindliche Arzneien wie Asthmasprays am besten im Kühlschrank, getrennt von den Lebensmitteln.

Wie stelle ich mir denn die richtige Reise-Apotheke zusammen?

a_christian_franken1Prof. Dr. Christian Franken: Der Platz im Koffer ist begrenzt, aber eine Reiseapotheke sollte immer dabei sein. Neben Medikamenten, die man regelmäßig einnimmt, gehören Schmerz- und Fiebertabletten, Fieberthermometer, Magen-Darm-Mittel sowie Pflaster, Verband- und Desinfektionsmaterial für kleinere Verletzungen zur Grundausstattung einer Reiseapotheke. Magen-Darmmittel sind gerade bei Kreuzfahrten wichtig, da viele Menschen auf kleinem Raum zusammenkommen. Ein Desinfektionsspray schützt vor Bakterien. Eine Sonnencreme mit passendem Lichtschutzfaktor darf nicht fehlen. Insbesondere bei Flusskreuzfahrten sind auch Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Insektenstichen wichtig. Gut ausgerüstet muss man nicht die Bordapotheke aufsuchen. Diese kann zwar oft weiterhelfen, spricht der dortige Apotheker allerdings nur Englisch, kommt es unter Umständen zu Missverständnissen, die zum Gesundheitsrisiko werden können.

a_china_foodWas raten Sie denn Kreuzfahrt-Urlaubern sonst noch?

Prof. Dr. Christian Franken: Bei Kreuzfahrten stehen meistens verschiedenste Landaufenthalte auf dem Programm. Je nachdem, wo die Route langführt, müssen Reisende mit anderen hygienischen Bedingungen als zu Hause rechnen. Wer die Faustregel ‚Koch es, schäl es oder vergiss es!‘ beherzigt, ist vor Infektionskrankheiten und Magen-Darm-Problemen gut geschützt. Gut durchgegartes Fleisch und Gemüse können ohne Bedenken verzehrt werden, ebenso geschältes Obst. Roher Fisch oder Salat sollten nicht unbedingt auf dem Speiseplan stehen. Abgekochtes oder in Flaschen gekauftes Wasser löscht den Durst ohne Gesundheitsrisiko.

a_impfpassWie sieht es mit dem passenden Impfschutz aus?

Prof. Dr. Christian Franken: Wer Traumziele in fernen Ländern ansteuert, muss sich mindestens sechs Wochen vor der Abreise beim Auswärtigen Amt, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder beim Hausarzt über empfohlene Schutzimpfungen informieren. Dies ist auch bei Kreuzfahrten aller Art wichtig, schließlich hält man sich nicht nur an Bord auf, sondern unternimmt auch Ausflüge an Land. Impfungen gegen Tetanus und Co. sind auch für den Urlaub in heimischen Gefilden und den europäischen Nachbarländern ein wichtiger Gesundheitsschutz. Denn schon beim Verzehr leicht verderblicher Speisen wie Meeresfrüchte oder Speiseeis kann etwa Hepatitis A übertragen werden. Der Impfpass gehört auch ins Gepäck, damit im Notfall auch ein fremder Arzt schnell feststellen kann, ob eventuell eine wichtige Impfung fehlt.

Herr Professor, ich danke Ihnen für das Interview.

Freunde, in diesem Zusammenhang möchte ich euch DocMorris noch kurz vorstellen. Ich bestelle mittlerweile oft selbst dort, weil ich Rezepte versandkostenfrei einlösen und mir bis zu 20€ pro Bestellung sichern kann, wenn ich einen Medikamenten-Check ausfülle. Zudem gibt’s viele Medikamente deutlich günstiger als in der stationären Apotheke.

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