Geschichte der Kreuzfahrt – Von Segelschiffen und Dampfern, von Kolumbus bis zur Titanic

In einer Welt vor unserer Zeit: Als Flugzeuge uns noch nicht in wenigen Stunden von der einen Seite des Atlantiks in die Neue Welt brachten, in dieser Zeit wurde die schönste Art zu Reisen geboren: die Kreuzfahrt. „Der Weg ist das Ziel“ gilt seit eh und je als festes Motto derer, die Mobilität auch auf Reisen schätzen. Wind und Wellen spüren, die Annehmlichkeiten und den Luxus an Bord genießen und ohne Anstrengungen selbst fernste Ziele zu entdecken – auf einem Kreuzfahrtschiff wird dieser Wunsch Wirklichkeit. Urlaub in der Sonne – gerne! Doch zwei, drei Wochen im selben Ort die Seele baumeln lassen? Das muss nicht sein. Was Kreuzfahrt-Fans heute an der bequemen Art zu reisen schätzen, war früher nicht der Grund, diese Seereisen anzubieten. Dass AIDA, TUI Cruises und Co. heute so erfolgreich sind, haben sie der Passagier-Schifffahrt über den großen Teich – und einer eher zufälligen Entscheidung – zu verdanken. Doch dazu später mehr. :)

Beginnen wollen wir aber mit dem Kapitel…

Christoph Kolumbus und die Zeit der Segelschiffe

a_kreuzfahrt_christoph_columbus

Im Jahr 1492 entdeckte der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus, der in Diensten der Spanischen Krone unterwegs war, die Neue Welt.

Wir erinnern uns alle an die Geschichten aus dem Fernsehen und der Schule: Von der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 und von der Mayflower, die rund 200 Jahre später, 1620, die Pilgerväter von England nach Amerika brachte. Die Seefahrt von Europa nach Amerika, aber auch die Rückreise, blieb über Jahre ein Abenteuer ganz besonderer Natur. Als die Pilgrim Fathers sich auf den Weg machten, ihr Glück in Amerika zu finden, verloren nicht wenige von ihnen ihr Leben. Bei der Überfahrt des wohl prominentesten Schiffs der Besiedlung Amerikas starben zwei Menschen – es wurde aber auch ein Kind geboren. Tuberkulose, Lungenentzündungen und diverse andere Krankheiten verbreiteten sich an Bord, als das Segelschiff vergeblich versuchte, weiter zu reisen. Unter den Toten waren auch viele Kinder. Der Drang der Menschen, Europa hinter sich zu lassen, wurde größer und größer.

a_kreuzfahrt_mayflower

So könnte die Mayflower im 17. Jahrhundert ausgesehen haben, mit der etliche Siedler aus Europa nach Amerika reisten.

Segelschiffe waren die einzige Möglichkeit, von den Verheißungen der Neuen Welt etwas zu erleben. Schon viele Jahrhunderte vor dem Italiener Christoph Kolumbus gingen die Wikinger in Amerika an Land. Auch sie landeten mit Segelschiffen – vermutlich in Neufundland. Entsprechend einer isländischen Saga soll Leiff Eriksson (nicht verwandt mit Sony Ericsson :-) der erste Wikinger gewesen sein, der von Grönland nach Amerika gesegelt ist. Und das bereits im Jahr 1001 nach Christus – ein Jahr später soll er zurück gesegelt sein. Viele weitere Landsmänner haben es ihm offenbar gleich getan.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden meist Briggs und Schoner (zweimastige Segelschiffe) für den Sklavenhandel eingesetzt. Claude de Jouffroy d’Abbans aus Frankreich gelang 1783 der Durchbruch. Er baute das erste funktionierende Dampfschiff der Welt. Die Prinzessin Charlotte von Preußen war 1816 das erste in Deutschland gebaute Dampfschiff; war aber nur auf Havel und Spree unterwegs, um Post und Passagiere zu transportieren. Am 29. Mai 1865 wird die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Kiel gegründet.

1889 wurde mit der Teutonic der erste Dampfer gebaut, der ohne jegliches Segel aus kam, das Zeitalter der Dampfschiffe war gekommen.

RMS Titanic und die Erfindung der Kreuzfahrt

a_kreuzfahrt_rms_titanic_public_domain_usa

Die RMS Titanic sank am 14. April 1912 im Atlantik, nachdem sie mit einem Eisberg kollidiert war.

Wenn der Wind nicht weht, wurde es für Segelschiffe schwierig. Auch heute wissen wir: Technische Weiterentwicklungen brauchen ihre Zeit, um akzeptiert und angewandt zu werden. Und so dauerte es noch einige Jahrzehnte, ehe sich Dampfschiffe auf breiter Front durchsetzten. Man war schneller unterwegs und unabhängiger von Wind und Wetter. Mit dem Luxus heutiger Tage hatte die Seefahrt aber selbst auf Dampfschiffen nur sehr, sehr wenig zu tun. Jedenfalls in der Holzklasse. Wie wir spätestens seit Leonardo DiCaprios Auftritt in Titanic wissen. Während die Oberklasse sich bei Tanz und Tee amüsierte, gab’s unter Deck weder Fenster noch gute Verpflegung. Am 14. April 1912 krachte die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt mit einem Eisberg zusammen und zwei Stunden und 40 Minuten später ging das letzte Schiff unter, das offiziell als „unsinkbar“ bezeichnet wurde. Mehr als 1.500 Menschen kamen ums Leben. Größenwahn, ick hör dir trapsen…

a_kreuzfahrt_atlantik_raue_see

Raue See: Die Überfahrt über den Atlantik war für viele Passagiere nur im Sommer reizvoll. Im Winter fuhren Reedereien Verluste ein.

Sicher ist: Etliche Jahre nach dem Beginn der Besiedlung Amerikas wurde es zunehmend attraktiv, die Verwandtschaft in den Staaten zu besuchen oder eben komplett selbst auszuwandern. Amerika – das Land, in dem man es schaffen konnte: Vom Tellerwäscher zum Millionär. Nicht erst heute hat das Land der unbegrenzten Möglichkeiten diesen Ruf. Die Reedereien stellten sich darauf ein und boten den Linienverkehr von Europa nach Amerika und zurück an. Obwohl man inzwischen unabhängiger vom Wind geworden war, war die Überfahrt im Winter kein Zuckerschlecken. Raue See, arktische Temperaturen – die Leute wollten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts lieber im Sommer die Atlantikpassage antreten. Die Reedereien machten Verluste, wenn die Schiffe im Hafen blieben.

a_kreuzfahrt_augusta_victoria_public_domain

Die Augusta Victoria von Hapag war eines der ersten Passagierschiffe, die Kreuzfahrten anboten.

1891 hatte Albert Ballin die Idee, die Augusta Victoria – das seinerzeit größte deutsche Passagierschiff – von Cuxhaven über Southampton, Gibraltar und Genua nach Kairo, Jerusalem, Damaskus, Istanbul und Athen zu schicken und dann via Malta, Neapel und Lissabon zurück nach Hamburg fahren zu lassen. Eine Vergnügungs-Rundfahrt mit einem Hapag-Schiff im Mittelmeer? Das kam an! Sogar Kaiser Wilhelm II. schaute bei der Abfahrt in Cuxhaven vorbei. Zahlreiche Prominente gingen mit an Bord und auch Ballin selbst ließ sich die Teilnahme an der Rundreise nicht nehmen. Der Erfolg der Premiere gab Ballinn Recht. Viele weitere Erholungs- und Expeditionsreisen folgten. Noch heute bietet Hapag-Lloyd Kreuzfahrten mit der MS Hanseatic und der MS Bremen Expeditionen in die entlegensten Winkel unserer Welt an. Pinguine besuchen oder Koala-Bären beobachten? Kein Problem!

Kreuzfahrten als Urlaub auf dem Wasser mit vielen Extras

Als das Flugzeug immer beliebter wurde, um fremde Welten zu erreichen, war das Aus für die traditionelle Linien-Schifffahrt im Passagier-Bereich so gut wie besiegelt. Nur noch wenige Ausnahmen – für Strecken, auf denen der Einsatz eines Schiffs wirklich sinnvoller ist – gibt es, wo die Seefahrt noch bessere Chance hat als der Flieger…

Ob Fluss Kreuzfahrt oder Hochsee-Trip – heute kennen wir Kreuzfahrten mit vielen Nuancen und Möglichkeiten. Wer günstig aufs Schiff möchte, wird mit Mini Kreuzfahrten ebenso fündig, wie mit luxuriösen Alles Inklusive Premium Angeboten. Die Reedereien sind auf einem nicht für möglich gehaltenen Erfolgskurs: Während AIDA Cruises Liebling vieler Kreuzfahrt-Fans ist, ist TUI Cruises auf dem besten Wege, ganz eigene Urlauber-Typen für sich zu begeistern. Waren vor einigen Jahren noch die Reisen nur das Mittel zum Zweck (von Europa nach Amerika zu kommen), so ist heute der Weg das Ziel. Wir lieben Kreuzfahrten.

a_kreuzfahrt_mein_schiff_1_fahrradtour

Deine Meinung?