Ehepaar verliert Orientierung im Stettiner Haff: Seenotretter koordinieren den Grenzen überschreitenden Einsatz

Die Seenotleitung Bremen, Rettungsleitstelle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), hat in der Nacht von Sonntag auf Montag eine grenzüberschreitende Suche nach einem in Not geratenen deutschen Ehepaar koordiniert. Mit ihrem manövrierunfähigen Motorboot „Edda II“ trieben der Mann und die Frau orientierungslos im östlichen Teil des Stettiner Haffs. Polnische Seenotretter fanden die beiden in der Nähe der Odermündung und brachten sie ins polnische Trzebiez. Aus einer misslichen Lage befreiten die freiwilligen Seenotretter der Station Vitte am Sonntag eine Segelyacht und ihre zweiköpfige Besatzung westlich der Ostseeinsel Hiddensee.

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Die Gerhard Ten Dornkaat im Einsatz. – Foto: DGzRS/Sven Junge

Gegen 23.30 Uhr am 11. Mai 2014 alarmierte die Seenotleitung Bremen die freiwilligen Seenotretter der DGzRS-Station Ueckermünde sowie die polnischen Kollegen vom Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) in Swinemünde: Ein Motorboot mit einem Ehepaar an Bord trieb aufgrund von Problemen an der Maschine manövrierunfähig im östlichen Teil des Stettiner Haffs. Eine genaue Position konnte der Skipper des Havaristen allerdings nicht angeben – sowohl die Frau als auch der Mann lagen bei südwestlichen Winden von vier bis fünf Beaufort (bis 38 km/h) und sehr kurzen Wellen seekrank unter Deck. „Am Telefon wirkten sie sehr apathisch“, beschreibt Vormann Manfred Fastnacht die Situation vor Ort. „Starke Seekrankheit ist nicht zu unterschätzen und kann für die Besatzung eines Schiffes ernsthaft gefährlich werden, weil im Notfall nicht oder nicht rechtzeitig gehandelt werden kann.“

Mit dem Seenotrettungsboot Gerhard Ten Dornkaat suchten die Seenotretter aus Ueckermünde gemeinsam mit den polnischen Kollegen, die sich mit dem Seenotrettungsboot „Monsun“ am Einsatz beteiligten, das Haff nach dem Motorboot ab. Aufgrund der Dunkelheit und der Größe des Suchgebietes war es die sprichwörtliche Suche „nach einer Stecknadel im Heuhaufen“, so Vormann Fastnacht. Gegen 4 Uhr die erlösende Nachricht: Die polnischen Seenotretter hatten das Motorboot mit dem Ehepaar gefunden. Sie brachten sie ins polnische Trzebiez. Dort angekommen, waren die beiden in relativ kurzer Zeit wieder wohlauf.

Freiwillige Seenotretter aus Vitte im Einsatz

Neben den Seenotrettern aus Ueckermünde waren am Sonntag, 11. Mai 2014, unter anderem die freiwilligen Seenotretter der Station Vitte/Hiddensee auf der mecklenburgischen Ostsee im Einsatz: Die zweiköpfige Besatzung einer Segelyacht war nach dem Umkippen des Mastes rund drei Seemeilen (etwa 5,5 Kilometer) westlich der Ostseeinsel Hiddensee in Schwierigkeiten geraten. Bei südwestlichen Winden der Stärke 5 (bis zu 38 km/h) und einem Seegang von bis zu eineinhalb Metern war die neun Meter lange Segelyacht „Vilda“ kaum noch manövrierfähig. Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen gelang es den Seenotrettern, eine Leinenverbindung zum Havaristen herzustellen. Anschließend schleppten sie die Segelyacht mit dem Seenotrettungsboot Nausikaa in den Hafen von Schaprode.

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