Tierischer Einsatz: Seenotretter helfen kleinem Seehund aus Gefahr – Vormann Leiss rettet Mann vom Großsegler

Die Lister Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben am Samstag, 7. Juni, einen „tierischen“ Einsatz erlebt: Vor dem Lister Hafen halfen sie einem Heuler aus seiner ausweglosen Lage. Daneben waren die DGzRS-Einheiten auf Nord– und Ostsee am Pfingstsamstag und in der Nacht zu Pfingstsonntag bei 14 Notfällen für insgesamt 20 Menschen im Einsatz. Unter anderem übernahm die Besatzung des Seenotkreuzers Vormann Leiss von der Station Amrum einen Mann mit sehr starken Krämpfen vom Großsegler „Großherzogin Elisabeth“.

a_kreuzfahrt_seennotretter_heuler_gerettetDoch zunächst zum tierischen Einsatz auf Sylt: Vor dem Lister Hafen hatte gegen Mittag eine Spaziergängerin an der Nordmole einen Heuler entdeckt, der anscheinend seine Mutter verloren hatte. Sie informierte den Seehundjäger Thomas Diedrichsen, der jedoch von der Landseite aus nicht an das Tier herankommen konnte. Deshalb bat er die Lister Seenotretter um Hilfe. Mit dem Arbeitsboot Michel des Seenotkreuzers Pidder Lüng näherten sie sich vorsichtig dem jungen Seehund, der sich mit seinen Vorderflossen an einem Dalben festklammerte. „Er ließ sich ohne Gegenwehr an Bord nehmen und war offenbar froh, dass wir ihn aus seiner Notlage befreit haben“, erzählt Seenotretter Mathias Rönnau. Wieder an Land, wurde das kerngesunde Tier zur Seehundaufzuchtstation nach Friedrichskoog gebracht. Dort wird es in den nächsten Wochen aufgepäppelt und später ausgewildert.

a_kreuzfahrt_vormann_leissAmrum. Gegen 17 Uhr ging bei der Seenotleitung Bremen der DGzRS ein Notruf ein: Auf dem dreimastigen Gaffelschoner „Großherzogin Elisabeth“ hatte ein Passagier starke Krampfanfälle bekommen und benötigte umgehend ärztliche Hilfe. Sofort alarmierten die Wachleiter den Seenotkreuzer Vormann Leiss von der Station Amrum, da sich der Großsegler etwa zehn Seemeilen (rund 18,5 Kilometer) westlich der Nordseeinsel befand.

Mit einem Notarzt und einem Rettungssanitäter an Bord fuhren die Seenotretter unter Höchstgeschwindigkeit von 20 Knoten (rund 37 km/h) zur „Großherzogin Elisabeth“. Dort gingen sie bei ruhiger See längsseits und übernahmen den Patienten. „Das Abbergen (seemännisch für: in Sicherheit bringen) hat völlig reibungslos geklappt: Innerhalb von fünf Minuten war der Mann auf der Vormann Leiss“, berichtet Vormann Sven Witzke. Während der Rückfahrt nach Amrum versorgte der Notarzt den Kranken medizinisch. Im Hafenort Wittdün übergaben die Seenotretter den Mann an den Landrettungsdienst. Mit einem Hubschrauber wurde er in ein Krankenhaus geflogen.

Fotos: DGzRS/Die Seenotretter

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