MSC Karibik Kreuzfahrt storniert – Und nun? Eine Rechtsanwältin beurteilt die Rechte der Urlauber

a_msc_divinaEs ist viel geschrieben worden über die Karibik Kreuzfahrt für 119€. Als die offizielle Mitteilung von MSC Kreuzfahrten kam, dass die Buchungen storniert werden, reagierten viele Urlauber mit Unverständnis und Ärger. Diesem Zorn machten sie bei Facebook, Twitter und teils auch bei mir auf dem Blog Luft. Auch beim Reisebüro, wo man gebucht hat, ist man vielerorts verärgert: Außer Spesen nichts gewesen, denkt sich manch einer. Denn Provision gibt’s nach dem Storno nicht. Dafür bekommen Reisebüros – und auch e-hoi.de, wo viele von euch gebucht haben – die geballte Ladung der Verärgerung ab. Einigen von euch sind die 20% Rabatt auf eine künftige Reise, die MSC Kreuzfahrten anbietet, nicht genug. Verständlich – wenn man bedenkt, was eine gleichartige Reise sonst kostet.

Ich habe eine Rechtsanwältin um Rat gefragt. Welche Rechte haben die Urlauber, die sich schon so sehr auf eine Kreuzfahrt mit der MSC Divina gefreut haben? Sie nimmt, wie folgt, Stellung:

MSC Karibik Kreuzfahrt storniert – was jetzt?

Nun ist es offiziell bestätigt – Das 119€-Schnäppchen mit der MSC Divina in der Karibik wurde storniert. Die Kreuzfahrt kann aufgrund von Fahrplanänderungen nicht durchgeführt werden. Nach Auskunft der MSC Kreuzfahrten werden etwaige Anzahlungen erstattet. Darüber hinaus sollen alle Kunden eine Ermäßigung von 20 % auf eine andere Kreuzfahrt ihrer Wahl erhalten.

a_msc_divina2Aber was ist mit den Flügen, die ggf. schon gebucht worden sind? Welche Rechte stehen den Betroffenen noch zu? Wie und innerhalb welcher Frist müssen die Ansprüche geltend gemacht werden?

Reiseveranstalter und damit Vertragspartner ist die MSC Kreuzfahrten GmbH mit Sitz in München. Der Reisevertrag wurde vorliegend seitens des Reiseveranstalters storniert, und zwar aus von diesem zu vertretenen, organisatorischen Gründen. Den Betroffenen steht daher grundsätzlich neben dem Anspruch auf Erstattung des geleisteten Reisepreises bzw. der Anzahlung, ein weitergehender Schadensersatzanspruch nach § 651 f BGB zu. Dieser Schadensersatzanspruch umfasst die nutzlosen Aufwendungen für An- und Abreise. Bereits gebuchte und bezahlte Flugtickets müssen somit erstattet werden. Darüber hinaus bestimmt § 651 f Abs. 2 BGB einen Ausgleich für entgangene Urlaubsfreuden. Die Rechtssprechung billigt den Reisenden bei einer Reisevereitelung als Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit regelmäßig einen Betrag in Höhe von 50 % des Reisepreises zu (vgl. LG Frankfurt, Urteil vom 29.10.09, AZ: 2-24 S 47/09).

Die vorgenannten Ansprüche müssen gemäß § 651 g Abs. 1 BGB innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend gemacht werden. Es handelt sich hierbei um eine Ausschlussfrist. D.h. nach Ablauf der Frist können auch berechtigte Ansprüche nicht mehr geltend gemacht werden.

Besonderer Hinweis: MSC hat in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Haftung für Schäden auf den dreifachen Betrag des Reisepreises beschränkt. Ob diese Haftungsbeschränkung wirksam in den Reisevertrag einbezogen wurde muss im Einzelfall geprüft werden.

Celina Werbinsky,
Rechtsanwältin

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So weit das Statement der Rechtsanwältin. Bei Facebook haben schon einige von euch angekündigt, die Einverständniserklärung (20% Rabatt Gutschein) nicht akzeptieren zu wollen. Ich berichte auf meinem Kreuzfahrt-Blog weiter über den Fall und bin auf eure Kommentare gespannt!

 

 

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