Kapitän der AIDAbella zur Rettung Schiffbrüchiger in der Karibik: „Wir halten an, machen die Tür auf – das war’s“

Die Rettung von Schiffbrüchigen in der Karibik durch Urlauber und Kapitän Sven Laudan auf der AIDAbella zieht weite Kreise. Immer mehr Medien berichten über die Aktion und darüber, wie es den 50 und 21 Jahre alten Männern aus Haiti geht. Bild.de hat nun ein Video veröffentlicht, in dem die Original-Ansage des Kapitäns zu hören ist. Ich habe euch den Text mal notiert. Beachtlich, wie der erfahrene Seemann die perfekte Mischung aus kühlem Bericht, warmen Worten und lässig-coolen Sprüchen perfekt trifft. Die Gäste der Karibik-Kreuzfahrt honorierten es mit langem Applaus, einigem „Hoho“-Gemurmel und charmantem Gelächter. Einfach schön!

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Hier nun die Worte von Kapitän Sven Laudan:

Und das war auch Glückssache. Sie können sich vorstellen, wenn wir jetzt da im Dunkeln vorbei gefahren wären, hätten wir die gar nicht gesehen – gar nicht sehen können. Das war für die beiden also auch Glückssache. Wir haben das Schiff gedreht, das haben sie ja mitbekommen. Ich habe auch eine Durchsage gemacht. Wir sind da hin gefahren und wir wollten erst einmal wissen, was das Problem war – ob die vielleicht kein Sprit mehr haben oder so etwas. Aber die hatten eigentlich genug, mehr als genug. Aber der Motor war kaputt gegangen. Unser Chief hat einen Ingenieur ins Boot geschickt, um den Motor vielleicht wieder flott zu kriegen – das war aber nicht möglich und da hab‘ ich dann entschlossen, die beiden mitzunehmen. Das ist ein 50-jähriger Haitianer, sagt man, glaub ich, die kommen jedenfalls aus Haiti – und ein 21-jähriger Junge oder junger Mann – sein Neffe, wahrscheinlich, ist das. Und die haben wir jetzt… Die müssen mit uns mit fahren. Sind die auch ganz froh drüber.“

Applaus.

„Das Boot ist heute Morgen um 9 (Uhr) schon kaputt gegangen.“

„Oooh!“ unter den Gästen der AIDAbella

„Also seitdem treiben die da draußen schon umher. Alle Schiffe sind vorbei gefahren, aber es liegt nicht daran, dass die die nicht retten wollen, sondern dass die nicht gesehen wurden. Das Wichtigste ist bei so Schiffbrüchigen immer, dass man die findet oder überhaupt sieht. Jemand, der Wache hatte, der hat sie gesehen. Die haben ihr Leben quasi unserem Safety Officer Salvatore zu verdanken.“

artikelbild_PM_BILD_aidabella_800Viel Applaus.

Die Rettungsaktion ist eigentlich – hört sich immer so groß an, für uns ist es ja nicht so viel dabei… Wir halten an, machen die Tür auf, lassen die einsteigen und fahren weiter – das ist für die, die gerettet werden, ist das natürlich ein riesengroßes Event, also, dass die jemand sieht und dass sie jemand mitnimmt. Wir haben jetzt versucht, das Boot zu sichern. Das ist hinten dran, hoff ich, noch…“

Gelächter.

„…also mitzunehmen – auf alle Fälle das Boot für die beiden zu sichern, das ist ja deren Lebensgrundlage. Ich weiß nicht, ob das Boot das durchhält, hier, bis morgen früh, hinten dran zu bleiben. Wir fahren jetzt ja auch – aufgrund des Zeitverlustes – etwas schneller als wir ursprünglich geplant hatten. Und der Wasserdruck ist doch erheblich, achtern, dem das Boot ausgesetzt ist. Aber wir hoffen das Beste. Das ist eigentlich das, was wir tun können für die beiden.“

„Und morgen, hoffentlich, werden sich dann die Behörden von Jamaika darum kümmern, dass die dann zurück kommen. Wir haben auch eine Telefonnummer bekommen von dem jüngeren Herrn und haben schon mit der Familie Kontakt aufnehmen können in Haiti und haben denen gesagt, dass die wohlauf und hier bei uns an Bord sind.“

Applaus.

„So, die beiden sind gleich auch mal untersucht worden – von Julia – ja, dass es denen gut geht, falls sie etwas brauchen oder dehydriert sind oder so etwas. Die haben gleich Wasser bekommen, natürlich, etwas zu essen. Reichhaltig. Die haben sich auch ordentlich – ich hab’s gesehen – schon die Bäuche voll geschlagen. Und sie liegen jetzt bereits in der Koje und sind unheimlich froh, dass sie ihre Ruhe haben. Wir haben ihnen eine Crew-Kabine frei gemacht und, ehm, ich hab‘ ihnen den Fernseher angemacht. ‚So etwas haben sie zuhause nicht‘, sagt er und mal kucken, wie das hier so funktioniert.“

Applaus. Anschließend dankt der Kapitän noch der Crew.

 

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