Dicke Dinger über Hamburg in die Welt: Wirtschaft fordert Aktionsplan für Schwertransporte auf See

Jetzt folgt etwas trockene Kost – aber es geht um Geld. Viel Geld. Und Arbeitsplätze! Ein Zusammenschluss von Betroffenen in Hamburg und Umgebung stellt nämlich fest: Die Rahmenbedingungen für die besonders wertschöpfungsintensiven Großraum- und Schwertransporte in den Hamburger Hafen müssen durch eine leistungsfähige Infrastruktur und schlanke Genehmigungsverfahren nachhaltig verbessert werden. Dies fordern die Handelskammer Hamburg, der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH), Hafen Hamburg Marketing (HHM) und der Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg (VSH). „Drei von vier in Deutschland produzierte Maschinen gehen in den Export, deshalb muss der Zugang zu den Hauptverkehrswegen und den Überseehäfen sichergestellt werden“, so Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer.

VSH-Vorsitzender Thomas Usinger appelliert an die Behörden, ihr Augenmerk stärker auf die Belastbarkeit von Straßen und Brücken zu lenken: „Zeitgerechte Transporte erfordern, dass statische Nachrechnungen der Verkehrslasten regelmäßig und in geringen Abständen erfolgen, um sofort handlungsfähig zu sein. Ansonsten haben wir eine Situation wie derzeit bei der Argentinienbrücke im Verlauf der Haupthafenroute“. Statische Berechnungen hätten ergeben, dass die Brücke den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen sei, so dass Auflagen für den Schwerverkehr festgelegt worden seien.

Bilder anslässlich der Vertretertagung, Hafenrundfahrt mit BUSS

Der Universalhafen Hamburg mit seinen Multipurpose-Terminals habe für den Umschlag konventioneller Stückgüter eine große Bedeutung, so die vier Wirtschaftsvertretungen weiter. In der Metropolregion seien etwa 18.000 Beschäftigte von diesem Segment abhängig. Der Transport von überdimensionierten und besonders schweren Gütern werde aufgrund der eingeschränkten Tragfähigkeit vieler Brücken aber immer schwieriger. Präses Melsheimer: „Da diese Güter – beispielsweise Maschinen- und Anlagenteile – für den Hafen Hamburg aber eine große Bedeutung haben, wirken sich Einschränkungen bei den Brückenbauwerken unmittelbar auf den Hafenumschlag aus.“ Sollte sich die Situation nicht nachhaltig verbessern, warnt Melsheimer, bestehe die Gefahr, dass diese für Hamburg wichtige Projektladung künftig über die Wettbewerbshäfen verladen werde. Auch der UVHH appelliert daher an Bund und Länder, die für diese Verkehre wichtigsten Brückenbauwerke so schnell wie möglich instand zu setzen.

UVHH, HHM, VSH und Handelskammer haben gemeinsam mit Vertretern der Hamburger Verwaltung einen „Runden Tisch“ für Großraum- und Schwertransporte gegründet. Er soll dem regelmäßigen Gedankenaustausch dienen und zu Verbesserungen führen. Die Vertreter der Wirtschaft hatten zuvor eine Bestandsaufnahme sowie Handlungsempfehlungen vorgelegt.

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