Frau stürzt von Fähranleger in die Weser – Seenotretter nehmen sie nur Minuten später an Bord

Dem schnellen und professionellen Einsatz der Seenotretter verdankt eine am späten Freitagabend, 21. März, in die Weser gestürzte Frau ihr Leben. In der Nähe des Blexener Anlegers der Fähre Nordenham – Bremerhaven rettete sie die Besatzung des Seenotkreuzers Hermann Rudolf Meyer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) aus dem Strom. Gegen 22.20 Uhr erreichte der Alarm die Seenotleitung Bremen der DGzRS: Das kombinierte Auto- und Personenfährschiff „Bremerhaven“ befand sich in der Nähe des Blexener Anlegers, als sein Matrose Hilferufe hörte. Eine Frau war offenbar vom Fähranleger in die Weser gestürzt.

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Auf dem Seenotkreuzer Hermann Rudolf Meyer von der Station Bremerhaven wollte die Besatzung gerade die Nachtruhe beginnen, als die Alarmierung erfolgte. Auch in den Kammern der vier Männer, die rund um die Uhr an Bord auf Wache sind, laufen die Funkempfänger ständig mit. „Wir haben sofort die Leinen losgeworfen und alle Hebel auf den Tisch gelegt“, berichtet Vormann Andreas Brensing.

Die ganze Kraft der 2.700 PS starken Maschinen des Seenotkreuzers war nun gefragt. Das 23 Knoten (ca. 43 km/h) schnelle Spezialschiff benötigte für die Fahrt von seinem Liegeplatz im Alten Vorhafen von Bremerhaven zum Unglücksort vor Nordenham lediglich wenige Minuten.

Vor Ort ging ebenfalls alles sehr schnell: Die Weserfähre selbst konnte aufgrund ihrer Bauweise nicht helfen, war aber in unmittelbarer Nähe geblieben, so dass die Seenotretter die Verunglückte nicht lange suchen mussten. Auf von der Fähre ausgebrachte Rettungsringe hatte die Frau, die ohne besondere Schutzkleidung im acht Grad kalten Wasser trieb, allerdings bereits nicht mehr reagiert. Und als die Seenotretter eintrafen, schwamm sie bereits kopfüber.

Tochterboot Christian im Einsatz

Jetzt kam es buchstäblich auf jede Sekunde an: Sofort ließen die Retter über die hydraulisch absenkbare Heckklappe ihr flachgehendes, äußerst manövrierfähiges Tochterboot Christian mit zwei Seenotrettern an Bord zu Wasser. Über die Bergungspforte, eine Tür in der Bordwand auf Höhe der Wasserlinie, nahmen sie die Verunglückte an Bord.

Die DGzRS-Besatzung rechnete bereits mit dem Schlimmsten, doch kam die bereits stark unterkühlte Frau auf dem Tochterboot glücklicherweise wieder zu sich. „Das war Rettung in letzter Minute. Ohne die Aufmerksamkeit des Matrosen der Weserfähre wäre sie jetzt vermutlich nicht mehr am Leben“, sagt Vormann Brensing.

Die Seenotretter bestellten einen Rettungswagen zu ihrem Liegeplatz in Bremerhaven und übergaben die Frau dort an den Landrettungsdienst. Zur Einsatzzeit herrschten auf der Unterweser vor Blexen südsüdwestliche Winde um vier Beaufort (bis 28 km/h Windgeschwindigkeit) und eine Strömung von etwa drei Knoten.

Foto: DGrRS/Die Seenotretter

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