Ceona Amazon in Bremerhaven: Übergabe des Kaskos in Gdynia an die Lloyd Werft Bremerhaven

Im Juli 2013 begann mit dem Brennstart in der Schiffbauhalle der Crist-Werft in Gdynia der Bau eines großen, multifunktionalen Spezialschiffes für das Verlegen von Rohrleitungen auf hoher See für die Londoner Reederei Ceona; nur einen Monat später im August 2013 folgte die Kiellegung und jetzt am 25. April 2014 war es dann soweit. Im Rahmen einer kleinen, offiziellen Feier betätigte Stuart Cameron, Chief Operating Officer der Reederei, die Steuerungseinheit der Dockschieber des Crist-Baudocks in Gdynia, öffnete damit die Schieber und flutete das Dock. Zehn Stunden später schwamm die Ceona Amazon das erste Mal in ihrem Element.

Die Lloyd Werft-Vorstände Rüdiger Pallentin und Carsten J. Haake, der Projektleiter Friedrich Norden und der Konstruktions-Chef Benedikt Dreymann waren bei dem Ereignis ebenso vor Ort wie Ceona-Geschäftsführer Stuart Cameron, Till Hufnagel vom Executive Advisory Committee, der Projektleiter Dax Edgley und der Bauleiter in Bremerhaven, David Anderson sowie die Site Teams der Lloyd Werft, von Ceona und natürlich die Geschäftsführung und Mitarbeiter von Crist.

Ceona Amazon

Nachdem dann die offizielle Übergabe-Dokumente unterzeichnet und ausgetauscht waren, wurden die notwendigen nautischen Vorbereitungen für die Verschleppung vorbereitet. Der Bugsier-Schlepper Bugsier X übernahm den Kasko am 30. April für die Reise zur Lloyd Werft nach Bremerhaven. Dort konzentrieren sich die Verantwortlichen bei den Arbeiten ausschließlich auf den Fertigbau, die Ausrüstung und die Inbetriebnahme der Ceona Amazon. Die auf einem Bohrschiffdesign basierende Ceona Amazon entspricht den Anforderungen an ein Special Purpose Ship und ist mit einem dynamischen Positionierungssystem (DP2) ausgerüstet. Es eignet sich insbesondere für den Einsatz in abgelegenen und anspruchsvollen Gebieten und ist in der Lage, flexible Schlauchleitungen, starre Rohrleitungen und Versorgungsleitungen zu verlegen.

Das fertige Schiff wird 199,4 m lang und 32,2 m breit werden. Der Tiefgang wird 8,0 betragen und das Schiff wird mit 33.000 Bruttoregistertonnen vermessen. Der Neubau wird nicht nur Kabinen für 200 Mann Fach-Besatzung haben, sondern bietet auch unter Deck erheblichen Stauraum für Rohre und Verbindungsteile. Das garantiert der Reederei eine erhebliche Reichweite des Neubaus, der künftig feste und flexible Rohre im Tiefen bis zu 3.000 Metern in der Tiefsee verlegen soll.

Das Absenken der Rohre wird durch einen Moonpool geschehen, und damit die Ceona Amazon hohe Genauigkeit erreicht, wird ein DP2-Positionsierungssystem installiert, das dem Schiff über Satelliten eine extreme Genauigkeit für die Navigation ermöglicht. Schon fast normal ist, dass auch die Ceona Amazon ein Hubschrauber-Deck über dem Vorschiff erhält, mit sieben Strahlrudern an Bug und Heck ausgerüstet wird und Tauchroboter (ROV) im Einsatz die Arbeiten in großer Tiefe der Meere überwachen können. Rohre für Gas und Öl Nonstop aus dem Laderaum – die Ceona Amazon wird eine sehr spezielle Fabrik auf dem Meer, die weitgehend unabhängig von Unterstützung vom Land arbeiten kann.

Zwei 400 Tonnen tragende Schwerlastkräne an Backbord und ein 30 Tonnen-Knickarm-Kran mittschiffs helfen auf dem 4.600 qm großen Deck hinter den Aufbauten für den Transport der Rohre in ein spezielles Biege- und Verlegesystem, nachdem sie von Schweißrobotern zusammengefügt wurden. Dieses Spezialsystem wird allerdings nicht bei der Lloyd Werft errichtet, sondern bei Huisman in den Niederlanden.

Im November 2014 will die Lloyd Werft die Ceona Amazon in allen Bereichen samt den 114 komfortablen Kabinen und der gesamten Bord-Infrastruktur für 200 Besatzungsmitglieder an die Reederei abliefern. Das Schiff verholt dann zur Ausrüstung mit der Rohrverlege – Spezialtechnik zu Huisman in die Niederlande.

 

 

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